Aktuelle Meldungen von AbFaNG & anderen Quellen zum Thema Frieden

Die Schweiz stimmt über den Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag ab

(26.2. 2026) Der Schweizer Atomwaffenverbotsinitiative, einer Allianz aus Dutzenden von Organisationen und Parteien, gelang nach 18 Monaten Sammlung die Einreichung von 105.674 gültigen Unterschriften. Damit wird die Bevölkerung endlich über den Schweizer Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag abstimmen, Bei einer Umfrage im Vorjahr befürworteten bereits 72 % den Beitritt der Schweiz zum AVV/TPNW. Heute, wo Großmächte mit nuklearer Abschreckung drohen und damit jeden Friedensprozess verhindern, ist der TPNW der wichtigste Abrüstungsvertrag unserer Zeit. 
> Pressemeldung zur geplanten Schweizer Volksabstimmung
> mehr über den TPNW  

Protest gegen den anhaltenden Krieg in der Ukraine vor der russischen Botschaft

AbFaNG-Protest vor der russischen Botschaft in Wien

(24.2. 2026) Heute jährt sich der völkerrechtswidrige Überfall der russischen Armee auf die Ukraine zum 4. Mal. Es werden Zahlen von über 345.000 gefallenen russischen Soldaten und mehr als 140.000 ukrainischen Soldaten kolportiert, die nicht überprüfbar sind. Die Zahl der getöteten ukrainischen Zivilist:innen liegt lt. Statista.com derzeit bei mehr als 15.000. Schätzungen über die  Gesamtanzahl der Opfer – verwundete und getötete Zivilist:innen und Soldat:innen – gehen weit über 1 Million. Das Töten muss endlich ein Ende haben!  Daher protestierten AbFaNG-Aktivist:innen am 24. Oktober vor der russischen Botschaft in Wien mit den Worten “Frieden bedeutet Sieg für alle!” 
Die IPPNW – International Physicians for the Prevention of Nuclear War – forderten zum Jahrestag die deutsche Bundesregierung auf,  Friedensverhandlungen konstruktiv zu begleiten > Meldung in pressenza.com

(21.2. 2026) AbFaNG-Unterstützer Fritz Hinterberger besuchte die Münchner FRIEDENSKONFERENZ, über die in unseren Medien nichts zu vernehmen war. In den Medien dominierte die sogenannte Münchner Sicherheitskonferenz, in der es letztlich vor allem um noch mehr Aufrüstung in Europa ging. Hingegen ging es bei der FRIEDENS-Konferenz um Themen wie die politischen und ethischen Dimensionen von Waffenexporten, die Möglichkeiten und Handlungsspielräume von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft abseits der Aufrüstung oder die rechtlichen Grundlagen der deutschen Rüstungsexportpolitik sowie um Kriegsdienstverweigerung. Letzteres ist besonders in Deutschland brisant, wegen der Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Beachtenswert auch der Vorschlag des Netzwerks Friedenssteuer, das die Anerkennung des Rechts fordert, Steuern für Rüstung, Militär und Krieg aus Gewissensgründen zu verweigern, um diese Steuerbeträge dann ausschließlich zivilen Zwecken zuzuführen.
> zum Bericht von Fritz  Hinterberger

Kundgebung und Appell zur 25. Wintersession der OSZE-Parlamentarier:innen

(20.2. 2026) Am 19./20.Februar fand in der Hofburg in Wien die 25.Wintersession der OSZE-Parlamentarier:innen statt, die von Nationalratspräsident Rosenkranz eröffnet wurde. Die Partner der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa)  entsenden über 100 Delegierte ihrer Parlamente zu diesen Sitzungen. Da Sicherheit in der OSZE ein Besprechungsthema ist, wies AbFaNG daraufhin, dass dieser Dialog zu Frieden in der OSZE, nämlich in der Ukraine führen soll. Einige Delegierte nahmen den Appell europäischer Friedensgruppen zu einem Friedensdialog in der OSZE entgegen. Unterorganisationen der OSZE scheinen wertvolle Arbeit zu leisten, aber von den Vollversammlungen der Parlamentarier, wie auch der Außenminister wurden in den letzten Jahren keine wirksamen Impulse zur Umsetzung der Ziele der OSZE gesetzt. Am 20.Feb. wird dort die Präsidentin des Europarates, die österreichische Abgeordnete Petra Bayr, eine Rede zu Menschenrechten halten. Vielleicht berichten die Medien darüber?
Im Dez. 2025 fand in Wien die dzt. letzte Außenministerkonferenz der OSZE statt > Bericht

"Krieger, seid tüchtig!" - literarisch-musikalische Agit-Revue gegen den Krieg

(15.2. 2026) Die zunehmende Militarisierung provoziert kritische und auch satirische Kommentare. Heute jedoch dominiert der “Mainstream” und satirische Kommentare sind selten geworden. Jetzt hat der Historiker Dr. Philipp Maurer mit der literarisch-musikalischen Agit-Revue “Krieger, seid tüchtig!” eine aktuelle Textcollage gegen den Krieg komponiert. Dazu wurden Ansagen von tüchtigen Politiker:innen, Wortspenden von kriegsbereiten User:innen und literarische Texten von Lessing, Schiller, Karl Kraus, Kästner, Brecht und Tucholsky zu einer aufwühlenden Collage montiert.   Vortragende im Bezirksamt Wieden waren Dr. Philipp Maurer, Dr. Johann Dvořák und Dr. Paul Wexberg, untermalt am Klavier von Dr. Paul Wexberg. > zum Video

(14.2. 2026) Das Institut für Wasser, Umwelt und Gesundheit der Vereinten Nationen (UNU-INWEH) in Kanada hat einen Bericht mit dem Titel “Globale Wasserinsolvenz: Leben über unsere hydrologischen Möglichkeiten hinaus in der Zeit nach der Krise” veröffentlicht. Beunruhigendes Fazit des Instituts, basierend auf einer beeindruckenden Menge gut dokumentierter Daten: „Die Welt lebt über ihre Wasserverhältnisse hinaus” und dass „wir von einer Strategie der Verwaltung von Wasserkrisen zu einer Strategie zur Bewältigung des Versagens des menschlichen und natürlichen Wassersystems übergehen müssen“. Laut dem Bericht kann eine realistische und verbindliche Anerkennung des globalen Wassermangels eine effektivere Umsetzung international vereinbarter Ziele (z.B. SDG 6) fördern, als Teil einer Strategie der Anpassung. Unter diesen Bedingungen kann Wasser „zu einer Brücke hin zu Frieden, zu Klimamaßnahmen, zu Biodiversitätsschutz und zu Ernährungssicherheit in einer zunehmend fragmentierten Welt“ werden.
> zum Beitrag in pressenza.com

(13.2. 2026) Die russische Armee überfällt die Ukraine, die Hamas verübt ein Massaker in Israel, die israelische Regierung zerstört Gaza, beschießt Iran, den Libanon, Qatar, die USA überfallen Venezuela und kidnappen dessen Staatsoberhaupt. – Fragen der Ethik und der Gerechtigkeit außen vor gelassen: Machtpolitik und robuste, militärische Handlungen dominieren die internationale Politik. So erscheint die Thematik des Friedens gegenwärtig obsolet, absurd oder gar naiv. Nichtsdestotrotz finden weiterhin die internationalen Friedensmissionen der Vereinten Nationen, der OSZE u.a. statt, nach wie vor mit zweifelhafter Wirksamkeit. Hieraus ergibt sich eine ganz grundlegende Legitimationsproblematik für Frieden als Faktor in der internationalen Politik: Wenn Frieden selbst in Zeiten, in denen dieser international gewünscht ist, nicht realisierbar ist, warum diesen dann nicht mit Macht- und Herrschaftspolitik ersetzen, um den politischen Alltag unverblümt mit robuster Hand zu gestalten? – Wie raus aus diesem Dilemma? 
> zum Beitrag von Friedensforscher Maximilian Laktisch auf feinschschwarz.net

Bild: Junge Welt

(9.2.2026) Unter dem Motto »Die Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg!« protestierten am 7. Februar 2026 Zehntausende in mehr als 20 Häfen Europas  – vor allem am Mittelmeer, – gegen die aktuellen Kriege, gegen die Militarisierungspolitik der EU und gegen die Nutzung der Häfen für Waffenlieferungen etwa nach Israel oder in die Ukraine. Das Zentrum des Aktionstags bildete Italien, wo die Gewerkschaft USB (Unione Sindacale di Base) Arbeiter und Unterstützer in einem guten Dutzend der wichtigsten Häfen des Landes zu einem Hafenstreik mobilisieren konnte – von Genua über Palermo bis Triest. Proteste gab es u.a. auch in Spanien (LAB), Griechenland (Enedep) und in der Türkei (Liman-İşund) in Hamburg.
> Bericht über die Proteste in “Junge Welt”

Bild: kontrast.at – KI-generiert

(1. 2. 2026) In einem Kommentar in Kontrast.at schreibt Heinz Gärtner über die aktuelle geopolitische Situation, die bei vielen Menschen Unsicherheit erzeugt, die oft als existenzgefährdende Bedrohung wahrgenommen wird. Die global Konkurrenz der Großmächte USA, China und Russland führt zu gegenseitigen Bedrohungen und auch militärischen regionalen Interventionen, wie dem Angriff Russlands auf die Ukraine oder der US-Operation in Venezuela. Polarisierung ist immer mit Konfrontation und Aufrüstungsprozessen verbunden. Völkerrecht wird dabei oft ignoriert. Großmächte verlassen sich vor allem auf ihre jeweiligen militärischen Stärken, die wiederum neue Unsicherheiten hervorrufen können. Wie kommen wir aus diesem Sicherheitsdilemma?
> zum Kommentar von Heinz Gärnter

Bild: Pixabay 
> zum Beitrag von Werner Wintersteiner

(28.1.2025) Die jüngsten Ereignisse in Venezuela, der Diskurs um Grönland, die Morde der ICE-“Polizisten”, der anhaltende Krieg in der Ukraine, u.a.m. stellen das Selbstbild Europas mehr als in Frage. Dass die EU das größte existierende Friedensprojekt sei und Europa für Demokratie, Menschenreche und Wohlstand stehe, glauben immer weniger Menschen hier in Europa und auch weltweit. Gibt es friedliche Auswege aus der zunehmenden weltweiten Unordnung? Gibt es eine Chance für Europa? Friedensforscher Werner Wintersteiner analysiert und zeigt Wege aus dem Dilemma auf. Er stützt sich dabei u.a. auf den finnischen Politikwissenschaftler Heikki Patomäki, der sagte „Die Zukunft der Menschheit hängt von unserer Fähigkeit ab, zu lernen (auch aus der Geschichte) und gemeinsame Institutionen auf einer nachhaltigen und legitimen Grundlage aufzubauen.“  > zum Beitrag von Werner Wintersteiner in “Notfall Demokratie”

Atom-U-Boot K-114 Tula an einem Pier des Marinestützpunkts der russischen Nordflotte  Bild: RIA Novosti-Archiv,/ Mikhail Fomichev / CC-BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

(25.1.2026) Am 6. Februar läuft der New-START-Vertrag über die Begrenzung einsatzbereiter Atomsprengköpfe aus. Die Zahl der einsatzbereiten Atomsprengköpfe könnte sich dann schnell vervielfachen. Der New-START-Vertrag ist der letzte noch gültige Vertrag zur atomaren Rüstungskontrolle zwischen Russland und den USA. Der Vertrag regelt die Zahl der einsatzbereiten strategischen Atomwaffen. Das sind schwere Atomsprengköpfe mit einem Vielfachen der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe, die auf Interkontinentalraketen einsatzbereit angebracht sind. Weltweit warnen viele Stimmen eindringlich vor den Folgen der Beendigung von New START. Erstmals seit 54 Jahren werden die beiden großen Atomwaffenmächte der Welt, Russland und die USA, damit nicht mehr an irgendwelche Verträge zur Rüstungskontrolle gebunden sein. Ab der Kubakrise 1962 verhandelten die Staatsoberhäupter der USA und der UdSSR eine Reihe bindender Vereinbarungen, die ihre Atomwaffen-Arsenale verkleinerten und das Risiko eines Armageddon verringern sollten. Leider sind alle in den letzten 25 Jahren sukzessive aufgekündigt worden.   > Beitrag dazu im US-Portal „Consortium News“  
> mehr über die Abrüstungsverträge  

(23.1.2026) Am 22. Januar 2021 trat der Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft. Bis heute haben den AVV (engl.: TPNW – Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons) 95 Staaten den Verbotsvertrag unterzeichnet, 74 davon haben den Vertrag bereits ratifiziert. Der AVV ist ein Meilenstein für atomare Abrüstung und ein Zeichen der Hoffnung in einer Zeit wachsender globaler Aufrüstung.
Pressenza-Meldung zu 5 Jahre AVV 
mehr über den Atomwaffenverbotsvertrag bei AbFaNG

(20.1.2026) Anlässlich des „Weltdokumentenerbes für den Frieden“ von Hans Thirring fand am 13. Dez. 2025 in der Wiener Bella Volen Kunstgalerie eine spannende Podiumsdiskussion statt. Moderiert von Josef Mühlbauer diskutierten (v.l.n.r), Christoph Matznetter, Josef Mühlbauer, Werner Wintersteiner, Rosa Logar, Günther Greindl  und Heinz Gärtner. Dabei standen u.a. die wegweisenden Gedanken des Physikers, Pazifisten und Umweltdenkers Hans Thirring (1888-1976) im Mittelpunkt des lebhaften und anregenden Austausches. Nun steht der > Videomitschnitt der Podiumsdiskussion zur Verfügung.

Foto von Mostafa Meraji / Pixabay

(18.1.2026) Der österreichische Autor Daniel Wisser kommentiert regelmäßig in zackzack.at die Weltlage. Wir schätzen sein demokratie- und friedenspolitisches Engagement. In seinem Kommentar zur Lage im Iran schreibt er: “Im Westen werden erste Szenarien für eine politische Neuordnung des Iran entworfen. Doch sie alle sind von imperialistisch-kolonialistischen Interessen geprägt. Ist ein Übergang zur Demokratie möglich?
Der Gedanke, dass es im Iran zu einer Ablöse des gewalttätigen, fundamentalistischen Regimes kommt, ist erfreulich. Weniger erfreulich sind die Gedankengänge, die in manchen westlichen Ländern schon von einer neuen kolonialistischen Abhängigkeit des Iran von den Bedürfnissen der USA und Westeuropas träumen.”
> zum Beitrag von Daniel Wisser in ZackZack 

Gegen Panik & Hochrüstung –
für Diplomatie & Frieden! 

Kommende themenrelevante TERMINE von Bündnispartner:innen und Partner:innen

zur Terminübersicht

> Rückblick auf abgeschlossene Veranstaltungen

> NEU in der AbFaNG Website im Jänner 2026: Dialogforen

US-Intervention verstößt gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker

Ralph Janik im Interview in der ZIB2 

(6.1.2026) Ralph Janik ist Assistenzprofessor an der Sigmund-Freud-Universität und Völkerrechtsexperte. Im ZIB 2-Interview redete er Klartext: Man könne wegen des Gewaltverbots nicht wie die USA in Venezuela einfallen und den Präsidenten entfernen. Für Janik ist nur fraglich, ob Maduro nur Machthaber oder rechtmäßiger Präsident ist. Denn legitime Staatsoberhäupter könnten nicht vor ein Gericht eines anderen Landes gestellt werden.
> zum 20-min-Interview mit Ralf Janik auf ORF.ON
Auch der Politologe Heinz Gärtner verurteilt im ORF-Interview klar das Kidnapping Maduros
Heinz Gärtner im ORF-Interview (4 min) 
Rechtsbruch in Venezuela (GRAFIK)

Friedensarbeiter Matthias Reichl verstorben

(6.1.2026) In Friedenskreisen kennen ihn viele,  doch leider nur wenige Menschen wissen von ihm außerhalb der  Region Salzbug – Oberösterreich. Am 5. Jänner ist Matthias Reichl, der gemeinsam mit seiner Frau Maria seit 46 Jahren das “Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit” leitet, verstorben. Auf > seiner Parte steht die schlichte Bezeichnung “Friedensarbeiter”. Besser kann man seinen Lebensinhalt nicht beschreiben. Matthias strebte gemeinsam mit seiner Frau ein Leben lang nach Frieden und Gerechtigkeit. Dafür möchten wir den beiden danken. Mit den monatlichen Radiobeiträgen “Begegnungswege” und Rundbriefen verbreiteten sie ihre Gedanken und Aktivitäten zu Frieden und Gewaltlosigkeit. Doch auch nach dem Tod von Matthias geht diese Arbeit unter Führung von Maria Reichl und ihrer Tochter Martina weiter. Wir danken allen für ihr Engagement. 
Radiobeiträge des Begegnungszentrums
Website des Begegnungszentrums
> Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit im Friedensatlas Österreich 

Völkerrechtswidriger Überfall des US-Militärs auf Venezuela

(4.1.2026) Egal, wie man zu Maduro steht, das militärische Eingreifen, das Kidnapping von Präsident Maduro und seiner Frau und die Entführung nach New York sind ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht und, laut dem Politologen Heinz Gärtner, auch gegen das amerikanische Recht. Präsident Trump und der US-Militärapparat treten damit das Recht mit Füßen und stellen sich außerhalb des geltenden Rechtsrahmens. Die vom ORF als “Spezialoperation des US-Militärs” bezeichnete Aktion ist ein klarer Überfall und stellt einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen dar.   
> Karl Kumpfmüller und Michael Wögerer im “Peace Talk” mit Josef Mühlbauer zur Situation in Venezuela und zum Verhalten der Trump-Regierung   
> besserewelt.info über den “
U.S. Regime Change in Venezuela”

Für eine Friedensrepublik Österreich im Heimatland Erde

(1.1.2026) Friedensforscher Werner Wintersteiner ruft zum Jahreswechsel zum Umdenken auf und fordert Mut zum Frieden. Die von der Politik angesagte „Zeitenwende“ führt zu einem gefährlichen Tunnelblick der Kriegslogik und einer sich selbst erfüllenden Rüstungsspirale. Es ist an der Zeit, dem strategischen Pessimismus den Mut zur Hoffnung und die Vision einer Friedensrepublik Österreich entgegenzustellen, um Denkräume für eine Wendezeit der gemeinsamen Sicherheit zu öffnen.
zum Beitrag (auch als Podcast zum Hören) in “Unsere Zeitung”

 Empfehlenswerte Informationsportale: 

Umstrittene Entscheidung des Nobelpreiskomitees

Francesca Albanese erhielt den “Lay Down Your Arms Award” 2025 (Foto: Luba Lesolle/Gallo Images)  
> Wofür gibt es eigentlich den Friedensnobelpreis? – Beitrag in NEWS vom 9.12.2025
> “Die Legitimitätskrise des Friedensnobel-preises” – Beitrag vom Australian Institute of International Affairs

(16.12.2025) In den letzten Jahren wird durch die politisch motivierte Verleihung des Friedensnobelpreises der Friedensgedanke selbst diskriminiert. Die Wahl weicht häufig von den ursprünglichen Kriterien Nobels ab. Diese sollten diejenigen belohnen, die sich für Abrüstung, Entmilitarisierung, Friedensverhandlungen, Vermittlung, Friedensjournalismus und Konfliktlösung einsetzen. Heute ist der  Friedensnobelpreis zu einem politischen Preis geworden und wird oft an Verfechter von Demokratie, Umwelt oder Menschenrechten verliehen. Die Preisträgerin 2025 ist erneut ein Beispiel einer Fehlentscheidung: María Corina Machado ist als Anführerin der radikalen rechten Opposition Venezuelas ein Beispiel für solche fragwürdige Entscheidungen. – In welchem Interesse wurde die Entscheidung des Komitees getroffen?
Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, wird seit 2024 als Alternative zum derzeit umstrittenen Friedensnobelpreis der “Lay Down Your Arms Award” verliehen, der diejenigen ehrt, die wirklich mit Alfred Nobels ursprünglichem Willen übereinstimmen.
> Bericht über die Verleihung des “
Lay Down Your Arms Award” an Francesca Albanese
“Die Legitimitätskrise des Friedensnobelpreises” – Beitrag vom Australian Institute of International Affairs 

Bild: UZ – Unserer Zeitung

(11.12.2025) Vom AbFaNG-Gründungsmitglied Peter Degischer wurde in “Unsere Zeitung” diese Buchrezension veröffentlicht: Ulrike Eiflers Sammelband “Gewerkschaften in der Zeitenwende” zeigt, wie die „Zeitenwende“ Steuergelder in die Rüstungsindustrie umlenkt, während Sozialstaat und Klimaschutz ausgeblutet werden. Ein Weckruf an die Gewerkschaften, ihre Macht für Frieden statt Aufrüstung einzusetzen. Die Zeitenwende wurde vom seinerzeitigen deutschen Bundeskanzler Scholz 2022 angekündigt, was den Beginn einer massiven militärischen Aufrüstung einleitete. Inzwischen wurde aus der Aufrüstung der Aufruf zur Kriegsvorbereitung mit empfindlichen gesellschaftlichen und sozialen Eingriffen nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU. > zum Beitrag in unsere-zeitung.at   

Aufruf zu einer engagierten, glaubwürdigen Neutralitätspolitik

(6.12.2025) Die Dezember-Ausgabe der Zeitung “Solidarität – unsere Chance” warnt erneut vor der Aushöhlung unserer Neutralität. Die Zeitung weist u.a. hin auf das totgeschwiegene Mitmachen Österreichs  bei Deutschlands/EU- und oder USA/NATO-Aufrüstung und Kriegsbeteiligung. Konkret wird damit der stattfindende Transit von NATO-Militärgerät und Waffenlieferungen durch Österreich – zu Luft, zu Land, zu Wasser angesprochen oder die Mitfinanzierung der Hochrüstung über Österreichs EU-Mitgliedsgelder. Unsere Regierungen lassen z.B. seit Jahrzehnten tausende Militärtransporte der NATO durch Österreich und rund 6.000 Überflüge von NATO- Militärflugzeugen pro Jahr über Österreich zu.
Beitrag in  der Zeitung “Solidarität – unsere Chance” zur Gefährdung der Neutralität 

Bild: Treffen von Friedensorganisationen am 3. Dez. 2025 in Wien
> mehr über die OSZE-Konferenz und das Treffen der Friedensorganisationen 

(6.12.2025) Vom 4. bis 5. Dezember 2025 fand in der Wiener Hofburg die 32. Ministerratssitzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) statt. 50 Jahre nach dem KSZE-Helsinki-Abkommen, wollen manche Politiker:innen gar nicht mehr miteinander reden. Außenminister wichtiger Staaten fehlten bei der diesjährigen Konferenz in Wien.
Leider haben sich die Staatenlenker von ihren Bevölkerungen entfremdet. Die monatelangen Kontakte von Seiten der Friedensbewegung mit dem OSZE-Sekretariat, dem österreichischen Außenministerium, den österreichischen Parlamentariern, die uns in der OSZE Parlamentarierversammlung vertreten, führten zu keiner Kommunikation. Daher ergriffen wir die Initiative, organisierten ein Treffen von Vertretern einiger europäischer Friedensorganisationen und formulierten einen konstruktiven Appell an den OSZE-Ministerrat.
> Aufruf zum Friedensdialog innerhalb der OSZE, formuliert von Friedensorganisationen 

Großdemo in Wien "Freiheit für Palästina"

Bild: WILPF Austria (Women’s International League for Peace & Freedom)
> zum Demokonsens 

(29.11.2025) Einige Tausend Teilnehmer:innen – lt. Angaben der Organisatoren 20.000 – folgten am Samstag dem Aufruf der “Palästinensischen Gemeinde in Österreich” zu einer Demonstration unter dem Motto “Freiheit für Palästina”. Vom Platz der Menschenrechte zog die Demonstration über das Parlament zum Haus der EU. Zahlreiche Organisationen, darunter auch viele AbFaNG-Bündnispartner:innen unterstützten die Demonstration. Im Gazastreifen geht das Sterben weiter, trotz des offiziellen Waffenstillstands. Solange die Besatzung und die systematische Unterdrückung des palästinensischen Volkes andauern, bleibt jeder Frieden brüchig. Frieden braucht Gerechtigkeit!  Gefordert wurde u.a.:

  • Ein sofortiges Ende des Tötens – in Gaza und im Westjordanland.
  • Selbstbestimmung statt Fremdherrschaft – sofortiges und vollständiges Ende der illegalen Besatzung und Siedlungstätigkeiten in Gaza und im Westjordanland.
  • Ungehinderte Zulassung aller humanitären Hilfslieferungen für die hungernden Menschen in Gaza.
  • Stopp der Waffenlieferungen an die israelische Kriegsmaschinerie.   

> zum Demokonsens der Organisator:innen und Unterstützer:innen
> Website der Großdemo
> “Liveticker” zur Situation in Israel von Prof. Gadi Algazi, Tel Aviv University

Gewalt in den zehn kommerziell erfolgreichsten Filmen

Einspielergebnisse der zehn kommerziell erfolgreichsten Filme: allesamt Gewaltorgien …

(28.11.2025) Statista.com veröffentlichte unter dem Titel „die erfolgreichsten Filme aller Zeiten“ die Einspielergebnisse von zehn Filmen aus den Jahren 1997 bis 2022. Diese zehn Filme brachten den Produzenten jeweils zwischen 2 und rd. 3 Milliarden Dollar ein (Beträge nicht inflationsbereinigt). Diese zehn Filme sind voller Gewaltszenen, voll Angst, Katastrophen und Kämpfen und einem (falschen) Heldentum. Kaum eine soziologische, psychologische oder ökonomische Analyse hinterfragt, warum die Gewalt in der westlichen Gesellschaft durch diese Softpower so befördert,  propagandiert und massenhaft besucht wird. Hinter diesen kommerziellen Erfolgen steht eine gewaltige, vor allem US-amerikanische, Werbe- und Propagandamaschinerie. In der hoffentlich besinnlichen Weihnachtszeit könnten wir darüber nachdenken … Echte Held:innen sind u.a. in www.friedensatlas.at zu finden. Gedanken dazu an contact@abfang.org

Das Geschäft mit Europas Grenzen

(27.11.2025) In der letzten Novemberwoche widmete sich das Ö1 Radio-Kolleg dem Thema “Border Business”. Ilse Kleinschuster kommentiert die Folge 4 der Serie „Schauplatz EU“ ,wo es u.a. auch um die “Defence Management Exhibition” geht.
Berichtet wird vom Besuch bei der DEFEA, der  „Größten Verteidigungsmesse im Mittelmeerraum“ im Mai 2025. Dort werden Geschäfte mit Europas Grenzen getätigt, die an Skrupellosigkeit kaum zu überbieten sind. 18 Nationen sind mit Pavillons vertreten. Stolz werden technischen Innovationen zur Grenzkontrolle, Erkennungssysteme und andere Techniken zur “Menschenjagd” präsentiert. Der EU-Pavillon mit seinen Ausstellungsstücken lässt nur ahnen, wie sehr es Europa nicht nur um Technologien zur militärischen Verteidigung geht, sondern vor allem auch um jene gegen Migration und dass es dafür keine Kosten scheut. Gelöst wird das vielschichtige Thema “Migrationskontrolle” so nicht. Hohe Kosten für Menschenverachtung statt für Hilfe!  Und gute Geschäfte für wenige. Das Radiokolleg berichtet aus Albanien, Ungarn, Griechenland und von der internationalen Verteidigungsmesse DEFEA.
> zum Kommentar von Ilse Kleinschuster und zum Radiokolleg

Michael von der Schulenburg bei der AbFaNG-Friedenskonferenz im Juni 2023 in Wien
> zum Offenen Brief an Pax Christi 

(9.11.2025) Michael von der Schulenburg, jahrzehntelang in Entwicklungs- und Friedensmissionen für die Vereinten Nationen tätig, schrieb diesen offenen Brief an Pax Christi und stellt darin viele Fragen zur Haltung der katholischen Kirche in Deutschland zu Krieg und Frieden. Der Brief soll keine  Anklage oder Schuldzuweisung sein, sondern Ausdruck einer inneren Unruhe, die sich aus seiner langjährigen Erfahrungen mit Krieg und mit Friedensverhandlungen in vielen Teilen der Welt speist. Nach langem kirchliche Schweigen erschien am 13. Oktober eine erschreckende Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz zum Wehrdienst, die sich wie eine Rechtfertigung von Kriegsvorbereitungen liest, wobei die Kriegsnarrative der der deutschen Bundesregierung völlig unkritisch übernommen wurden. Dies ist für Michael von der Schulenburg nicht nachvollziehbar. Sein Brief steht hier auch stellvertretend für viele Briefe von AbFaNG-Unterstützer:innen, die die Militärhörigkeit der österreichischen Medien und der verantwortlichen Politiker:innen kritisieren.

Österreich: Zwischen Staatsräson und Schweigen

Foto: Tumisu via Pixabay

(31.10.2025) Die Juristin Shoura Zehetner-Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich, schreibt in ihrem Beitrag in etosmedia.de u.a: “Als Medienbeobachterin und Menschenrechtsaktivistin habe ich in den vergangenen zwei Jahren einen beispiellosen Diskursverlauf verfolgt. Was sich im österreichischen Umgang mit Gaza abspielt, ist mehr als eine außenpolitische Positionierung. Es ist ein Lehrstück darüber, wie historische Verantwortung instrumentalisiert, öffentlicher Diskurs verengt und demokratische Debattenkultur ausgehöhlt werden kann. Auf internationaler Ebene sehen sich nicht nur Amnesty International sondern auch Human Rights Watch, Ärzte ohne Grenzen, UNICEF und andere Organisationen, die das Leid in Gaza dokumentieren, schweren Vorwürfen ausgesetzt. Der Mechanismus ist immer derselbe. Wer die humanitäre Katastrophe benennt, wird zur Partei erklärt. Die Shoa wird instrumentalisiert, um jede Kritik an israelischer Politik zu delegitimieren. Wer aufgrund österreichischer Geschichte für Menschenrechte in Gaza eintritt, wird als geschichtsvergessen diskreditiert. Die Logik dahinter ist perfide. Aus unserer Vergangenheit folge bedingungslose Solidarität mit Israel, nicht etwa die Verpflichtung, Menschenrechtsverletzungen überall zu verhindern.
> zum Beitrag von Shoura Zehetner-Hashemi  

Glaubwürdige Neutralität in Friedenszeiten, um Vertrauen zu erwerben

Foto: www.rotbewegt.at / Votava

(29.10.2025) Aus Anlass des 70jährigen Neutralitätsjubiläums war der Politologe Heinz Gärtner Vortragender bei mehreren AbFaNG-Veranstaltungen. In seinem Gastbeitrag für Kontrast.at kommentiert er die aktive Rolle Bruno Kreiskys für eine glaubwürdige Neutralitätspolitik. Bruno Kreisky erkannte, dass Neutralität nicht nur ein Instrument sein kann, „sich aus militärischen Konflikten herauszuhalten“, wie Kreisky immer wieder betonte, sondern dass der neutrale Staat in Friedenszeiten das Prinzip der Neutralität in der internationalen Debatte betonen muss, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen zu erwerben. „Nur so kann er verhindern, dass andere zu Richter über seine Politik werden und seine Unabhängigkeit, die doch eine wesentliche Voraussetzung seiner Neutralität ist, preisgegeben wird.“ Damit betonte Kreisky, dass Neutralität über eine gelegentliche Neutralität in Zeiten des Krieges hinausgehen und politische Aufgaben eines permanent neutralen Staates in Friedenszeiten erfüllen muss.
> zum Beitrag von Heinz Gärtner in Kontrast.at

> zum detaillierten Programm der Konferenz und zur Anmeldung (limitierte Platzanzahl, daher bitte um baldige Anmeldung)
> Programm als pdf zum Download 
 

(26.10.2025) AbFaNG organisierte am 24. Oktober eine große Konferenz der Zivilgesellschaft zu „70 Jahre österreichische Neutralität“ in der VHS Meidling. Nach dem Referat von Univ.-Prof. Heinz Gärtner „Was bedeutet Neutralität“ folgen zwei Forumsgespräche mit Gabriele Matzner, Werner Wintersteiner, Helga Kromp-Kolb, Wilfried Graf,  Gerald Oberansmayr, Irmgard Ehrenberger,  George-Wilhelm Gallhofer (BMEIA), Sabine Zelger, Günther Greindl, Theresa Kofler, Karl Kumpfmüller und Wilfried Leisch. Nach jedem Forum folgt eine Publikumsdiskussion und danach gibt es für alle Teilnehmer:innen Gelegenheit sich in einem der sechs Arbeitskreise einzubringen. Um die vielen Informationen auch verarbeiten zu können, begleitet uns die Akkordeonistin Heidelinde Gratzl durch die Konferenz. Als Moderator:innen fungieren Lucia Hämmerle, Hannes Hofbauer und Andrea Hiller. Die Teilnahme an der Konferenz ist nur nach Anmeldung möglich.
> zum NACHBERICHT und detaillierten Programm der Konferenz