LIEDER VON OPFERN

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Künstlerisches Schaffen unter Lebensbedrohung

In jedem Menschen wohnt Kreativität, oft versteckt oder verschüttet. In bedrohlichen Situationen kann die Kunst Trost, Freudenspender und/oder Ventil sein, um mit dem schweren Leben zu Recht zu kommen, um inneren Frieden zu finden – zumindest kurzfristig.

Nach Verlusten oder in Trennungssituationen kann das Schreiben eines Tagebuchs, Musizieren oder poetisches Schaffen beruhigen und helfen, Klarheit zu finden oder wenigstens trösten. Kunst kann Frieden schaffen.

Zu den schwersten, bedrohlichsten Situationen, die Menschen erleben können, gehört die Gefangenschaft unter einem diktatorischem Regime und das Dahinvegetieren in Konzentrationslagern. Aber selbst da finden Menschen die Kraft, sich künstlerisch auszudrücken.

Als Beispiel sind hier poetische Texte von KZ-Häftlingen zu lesen, die in den letzten Jahren von Johannes Winkler vertont wurden und mehrmals zur Aufführung gelangten. Der Komponist hat uns in dankenswerter Weise einige seiner Werke zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Liedtexte von KZ-Häftlingen

Bei der Eröffnung der Kunstinstallation zum Erinnerungsprojekt „NEVER / FORGET / WHY?“ im Jänner 2019 im Wiener Rathaus wurde ein musikalisches Programm mit 12 Liedtexten von KZ-Häftlingen vorgetragen. Die Texte wurden von Johannes Winkler vertont. Hier die Auswahl einiger Lieder zum Download:
… Tod nur rette vor dem Tode von Hermann Adler
Der Kamin von Ruth Klüger
Anerkennung von Kurt Kapper
Das Lied vom Brot von Henri Sternberg
Jüdisches Wiegenlied von Jascha Rabinowitsch

Im Mittelpunkt des Projekts „NEVER / FORGET / WHY?“ standen 15.000 jüdische Kinder, die zwischen 1942 und 1945 in Theresienstadt interniert waren. Fast alle Kinder wurden von dort nach Auschwitz deportiert und ermordet. Nur etwa 150 dieser Kinder überlebten. Erinnern ist ein gegenwärtiger Prozess, eine aktive Handlung, die eine Verbindung zwischen der uns prägenden Vergangenheit, unserer Gegenwart und der Gestaltung unserer Zukunft herstellt.

Stolpersteine

Die überwiegend in Gehsteigen eingelassenen „Stolpersteine“ erinnern an Opfer des nationalsozialistischen Regimes, die als Juden, Roma und Sinti, als Homosexuelle oder aufgrund ihrer geistigen oder körperlichen Behinderungen ermordet wurden.  Bisher wurden in Europa mehr als 70.000 Stolpersteine verlegt, über 1.000 davon in Österreich. > mehr über das Projekt der Stolpersteine von Gunter Demnig

60 Stolpersteine in Wiener Neustadt
Bei der Präsentation der 2. erweiterten Auflage des „Stadtführers des Erinnerns“ in Wiener Neustadt im November 2019 kam  ebenfalls eine Auswahl der Lieder der KZ-Häftlinge zur Aufführung. > mehr über die Stolpersteine in Wiener Neustadt