Unsere aktuellen Meldungen können Sie monatlich auch  in unserem „AbFaNG-Friedensbrief“ lesen. Fordern Sie den AbFaNG-Newsletter an: contact(at)abfang.org

(7. Dez. 2022) Vor 30 Jahren rief ICBL, International Campaign to Ban Landmines, gemeinsam mit anderen Organisationen die Internationale Kampagne für ein Verbot von Landminen ins Leben. 1997 wurde dieses Verbot mit dem Ottawa-Abkommen beschlossen.  Die Kampagne verfolgt ein internationales Verbot von Einsatz, Produktion, Lagerung und Verkauf von Antipersonenminen, sowie einen verstärkten internationalen Einsatz für humanitäre Minenräumung und Hilfe für Minenopfer. 1997 erhielt die ICBL und Handicap International für dieses politische Engagement den Friedensnobelpreis.
> Bericht zur Ottawa Convention in „Betrifft Frieden 1 / 2020“
> Website der GGL – Gemeinsam gegen Landminen

(5. Dez. 2022) Mit dem Beitritt der Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr zu den „Mayors for Peace“ (MfP) gibt es nun insgesamt 120 österreichische Friedensgemeinden. Die Mayors for Peace wurden 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Mit 1. Dezember 2022 gehörten weltweit in 166 Ländern 8228 Städte und Gemeinden dem MfP-Netzwerk an, davon 3287 aus Europa.
> Presseaussendung der Grazer Bürgermeisterin
> Website MfP Deutschland (Hannover)
> zur Website der MfP international 

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(4. Dez. 2022) Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch übt scharfe Kritik an der FPÖ-Nominierung des 3. Nationalratspräsidenten Martin Graf für den NS-Opfer-Nationalfonds. Graf ist nicht nur Mitglied einer berüchtigten rechtsextremen schlagenden Burschenschaft sondern er ist laut Recherchen von SOS Mitmensch auch bekennender und aktiver Fan der mit Neonazis und Holocaustleugnern sympathisierenden „Aula“ gewesen. Der von der FPÖ unter Obmann Kickl betriebenen Verhöhnung der NS-Opfer und der enthemmten Radikalisierung dürfe keinen Millimeter gefolgt werden, sagt SOS-Mitmensch-Sprecher Pollak.

> mehr über diese FPÖ-Provokation  

(3. Dez. 2022) Am 2. Dez. 2022 wurde der renommierte Seàn MacBride Friedenspreis des Internationalen Peace Bureaus (IPB) an Botschafter Alexander Kmentt verliehen. Herr Kmentt wird als einer der Väter des Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) bezeichnet, der am 22. Jänner 2021 in Kraft trat. Mehr als 80 Gäste wohnten der Zeremonie bei. Die Laudatio hielt Angela Kane, ehem. UN High Representative für Abrüstung und dzt. Vizepäsidentin des International Instituts for Peace in Wien.
> Die Presse berichtete über die Friedenspreisverleihung und Hintergründe 
> Die Furche berichtet über Botschafter Kmentts Auszeichnung
> Bericht und Fotos der Friedenspreisverleihung

(1. Dez 2022) Erstmals präsentiert die Solidarwerkstatt Österreich ihren Friedenskalender nicht in Buchfform sondern als Hängekalender (Format A3). Auf dem Friedenskalender 2023 befinden sich auf den Vorderseiten motivierende Friedensmotive und auf den Rückseiten unterschiedlichste Informationen rund um das Thema Frieden, wie Aktionen und Persönlichkeiten der Friedensbewegung, Anregungen zur Friedensarbeit und – last but not least – eine Vielzahl inspirierender Friedenskunstwerke. Der Kalender kann bei der Solidarwerkstatt bestellt oder im Wiener AbFaNG-Büro (Tel. 0664 2531717) bezogen werden. Preis:  €16,50
> 4 Musterseiten aus dem Friedenskalender 2023 
> mehr über den Friedenskalender 2023

(21. Nov. 2022) Wie sehr das Thema FRIEDEN mit Klima- und Umweltschutz verknüpft ist, zeigte nicht zuletzt Gustav Petros Rede auf der Klimakonferenz COP27, einem Highlight dieser riesigen Veranstaltung mit 34.000 Teilnehmer:innen und sehr magerenen Ergebnissen. > zu den 10 Punkten des kolumbianischen Präsidenten 
Petro sagte u.a.: „Der Markt ist nicht der entscheidende Mechanismus zur Überwindung der Klimakrise. Es sind die Märkte und die Kapitalakkumulation, die sie hervorgebracht haben, und sie werden niemals ihr Heilmittel sein.“  Als Erfolg der COP27 hingegen kann die Einrichtung des Entschädigungsfonds (loss & damage) verbucht werden, dessen Finanzierung jedoch offen ist. Überhaupt ging es mehr um das Geld als um die Eindämmung des Klimawandels.  In diesem Zusammehang kann nur an die weisen Worte der Cree erinnert werden: Erst wenn der letzte Baum gefällt wurde, der letzte Fluss vergiftet ist, die letzten Fische gefangen wurden, dann wirst Du heraus finden, dass man Geld nicht essen kann. 
> Petition: Ja zum zivilen gewaltfreier Widerstand gegen den Klimanotstand  

(10. Nov. 2022) Der Bund fur Soziale Verteidigung (BSV) hat eine Gegenüberstellung von Rüstungssausgaben und zivilen Projekten in einem Infoblatt zusammengefasst. Während Kriege, Gewalt, Klimakrise, Corona-Pandemie sowie soziale Ungleichheiten das Leben auf der Welt gefährden und die Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen einschränken, werden Geldsummen in Milliardenhöhe für Rüstung eingeplant und ausgegeben.
> zum Vergleich der Rüstungsausgaben mit dringenden zivilen Ausgaben

(5. Nov. 2022) Soeben ging in Dublin der hochrangig besetzte Europäische Kongress zur Globalen Bildung mit der Verabschiedung des „Dublin Declaration“ zuende. Friedensforscher Werner Wintersteiner dazu: „Diese wegweisende Erklärung wurde in einem ungewöhnlich partizipativen Prozess in den vergangenen 18 Monaten entwickelt. Der Kerngedanke: Globale Bildung befähigt Menschen, die Welt und ihren Platz in ihr kritisch zu reflektieren; sie öffnet ihre Augen, Herzen und Hirne gegenüber der realen Welt auf lokaler und globaler Ebene. Sie ermöglicht ihnen zu verstehen, ihre Fantasie zu entwickeln, zu hoffen und zu handeln, um eine Welt der sozialen und Klimagerechtigkeit zu schaffen, eine Welt des Friedens, der Solidarität, der Gleichheit und Gleichberechtigung, der planetarischen Nachhaltigkeit und internationalen Verständigung. Es geht um Respekt für Menschenrechte und Diversität, Inklusion und ein gutes Leben für alle, jetzt und in der Zukunft.“
> zum Beitrag von Werner Wintersteiner in der Wiener Zeitung
>
Dokumentation der ersten beiden Durchgänge des Universitätslehrgangs „Global Citizenship Education“

30 Abgeordete der US-Demokraten fordern den Dialog statt einer weiteren Eskalation

Auch Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez aus New York hat den Brief unterzeichnet. Bild: mediad.publicbroadcasting.net

(27. Okt. 2022) Die Progressiven in den USA sind unter Druck: Die Amerikaner spüren die Folgen des Ukraine-Kriegs und die Pazifisten an der Basis wollen eine andere Politik. In einem offen Brief forderten daher 30 Demokrat:innen US-Präsident Biden auf, mit Putin zu verhandeln. Doch einen Tag später zogen sie den Brief wieder zurück. Im Brief heißt es u.a.: „Wir forden Sie dringend auf, die militärische und wirtschaftliche Unterstützung, die die Vereinigten Staaten der Ukraine gewährt haben, mit einem proaktiven diplomatischen Vorstoß zu kombinieren und die Bemühungen um einen realistischen Rahmen für einen Waffenstillstand zu verstärken.“ 
> Hier der Wortlaut des Briefes
>
Erklärungen, warum der Brief wieder zurückgezogen wurde

(26. Okt. 2022) Die von der Solidarwerkstatt Österreich initiierte parlamentarische Bürgerinitiative „DIE WAFFEN NIEDER!“ fordert u.a.
* Nein zum Mitmarschieren Österreichs bei der EU-Militarisierung!
* Ja zu einer aktiven Friedens- und Neutralitätspolitik!
* Klimaschutz statt Aufrüstung!

(25. Okt. 2022) In Wien am Heldenplatz finden am 26. Oktober die traditionellen Bundesheer-Kundgebungen statt. AbFaNG-Bündnispartner:innen setzten dazu einen Kontrapunkt und rufen auf ihren Infoständen beim Maria-Theresienplatz (Solidarwerkstatt Österreich), Volksgarten (Gewerkschafter:innen gegen Atomenergie & Krieg) und vor dem Burgtheater (FriedensAttac, AbFaNG) zur Frieden, Neutralität und Gewaltfreiheit auf. Ab 15:00 findet vor dem historischen Parlamentsgebäude am Ring eine Abschlusskundgebung statt.
> zum Friedensaufruf der AbFaNG-Bündnispartner:innen  
> Offener Brief zur Verteidigung und Aufrechterhaltung der Neutralität Österreichs

(21. Okt. 2022) Unter dem Titel „Neutralität – immerwährend, aktiv oder kooperativ?“ fand am 13. Okt. im IIP – International Institute for Peace – auf Initiative von Fritz Edlinger eine hochkarätig besetzte Diskussion statt. Am Podium: Prof. Heinz Gärtner, General i.R. Günther Greindl, Völkerrechtsexpertin Dr. Ursula Werther-Pietsch und Militärhistoriker Dr. Erwin Schmidl. Moderation Fritz Edlinger, Zeitschrift „International“
> Video der Diskussion  
> Eine Chronologie fortgesetzter Neutralitätsverletzungen (Solidarwerkstatt)

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(20. Okt. 2022) Bei Betrachtung des soeben präsentierten österreichischen Budgets 2023 zeigt sich folgendes: Für die militärische Landesverteidigung sind 3.38 Mrd. Euro (16 Mrd. bis 2027), für das Außenministerium 629 Mio. (inkl. der 250 Mio. für die Entwicklungszusammenarbeit und den Auslandskatastrophenfonds) vorgesehen. Jedoch für die zivile Friedensgestaltung (Forschung, Bildung, NGOs u.a.) sind geschätzt weniger als 1 Prozent (!) des Militärbudgets vorgesehen. Für ein neutrales Land ist das beschämend wenig. 
> zum Beitrag „Frieden gestalten“ im Attac-Magazin
 
Im außenpolitischen Ausschuss des Nationalrats präsentierte Außenminister Schallenberg heute den Außen- und Europapolitischen Bericht 2021. > zur OTS-Pressemeldung vom 20.10.22

Doktorhut

(16. Okt. 2022) Die österreichische Friedens- und Konfliktforschung leidet unter prekären Verhältnissen. Seit  Herbst 2022 gibt es an der Universität Innsbruck Österreichs jedoch einen regulären Master-Studiengang für Peace Studies. Die Zeitschrift „Austria Innovativ“ berichtet unter dem Titel „Frieden studieren“ über die Studienmöglichkeiten für Friedens- und Konflikforschung in Österreich und beleuchtet auch kurz die österreichische Friedensbewegung.
> zum Bericht in Austria Innovativ
> Beitrag als pdf

Gustavo Petro vor der UNO-Vollversammmlung (Bild: pressenza.com) 

(13. Okt. 2022) In Zeiten einer multiplen Krise, einer Systemkrise, eröffnet ein Blick von einer anderen Perspektive als der dominanten eurozentristischen, eine differenzierte Sicht auf die Welt, auf die Klimakatastrophe, die Menschenrechte  sowie auf Krieg und Frieden. Gustavo Petro, Präsident von Kolumbien, ermöglicht uns mit seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung diese differenztierte Sicht. Kolumbiens neuer Präsident beweist damit sehr viel Umsicht und Mut. Feinde hat er genug, im eigenen Land wie auch international. 
> zur Rede Petros (in Deutsch)  
> spanisches Original der Rede

(9. Okt. 2022) Die Unterzeichner:innen des offenen Briefes „Unsere Neutralität – unsere Sicherheit“ erwarten von Bundespräsident Van der Bellen, der Bundesregierung, dem Nationalrat und allen öffentlichen Institutionen, die immerwährende Neutralität Österreichs einzuhalten und zu schützen. Österreichs Neutralität muss nicht „überdacht“, sondern mehr denn je aktiv gelebt werden.  Österreich darf nicht wieder in einen Krieg hineingezogen werden. 80 bis 90% der Österreicher:innen sind für die immerwährende Neutralität Österreichs!
> zum offenen Brief

(8. Okt. 2022) Die Unterzeichner:innen dieser Petition ersuchen die UNO um die Vorlage eines Friedensplanes für die Beendigung des Krieges in der Ukraine. Nachdem die vorgelegten von Italien, Mexiko und Costa Rica vorgelegten Konzepte für Friedensverhandlungen von den Konfliktpartein abgelehnt bzw. ignoriert wurden, muss die UNO endlich aktiv werden und eine Friedensperspektive bieten.  Unterstützen auch Sie diese neue Initiative. 
> zur Petition
Die IPPNW, Internationale Ärzt:innen für die Verhütung des Atomkriegs, haben bereits im August Vorschläge für einen „Waffenstillstand und Frieden für die Ukraine“ veröffentlicht. > Vorschläge der IPPNW 

(07. Okt. 2022) Der Friedensnobelpreis wurde heuer an drei Aktivist:innen vergeben: den inhaftierten belarussischen Politiker Ales Bjaljazki, die russische Organisation Memorial und das ukrainische Center for Civil Liberties. Als Begründung nannte das Komitee, dass Bjaljazki und die beiden Organisationen die Zivilgesellschaft in ihren Heimatländern repräsentieren und deren Rolle bei der Eingrenzung von Macht aufzeigen würden.  > mehr Info 
Auch bei der von AbFaNG mitveranstalteten Friedenskonferenz im Juni 2022 waren Statements der Russischen und Ukrainischen Pazifisten zu hören. > zu den Videostatements

(21. Sept. 2022) Am Weltfriedenstag stellen wir eine von IFOR und anderen Organisationen gestartete Petition vor, die die Repräsentant:innen der Europäischen Union auffordert, Deserteur:innen und Verweigerern aus Russland, Belarus und der Ukraine Schutz und Asyl zu gewähren. Weiters wird die ukrainische Regierung aufgefordert, die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern einzustellen und ihnen ein umfassendes Recht auf Kriegsdienstverweigerung zu garantieren. Die EU soll die Grenzen für alle jene öffnen, die sich unter hohem persönlichen Risiko in ihrem Land gegen den Krieg stellen. Wehrdienstverweigerung ist ein Menschenrecht.
> zur aktuellen Ausgabe von „Betrifft Frieden“ mit Beiträgen zum Krieg in der Ukraine

(11. Sept. 2022) Ilija Trojanow sprach bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele im Juli und diskutierte am 8. September in der Ö1-Sendereihe Im Gespräch mit der Moderatorin Renata Schmidtkunz, der Theologin Margot Käßmann und dem Demokratieforscher Wolfgang Merkel über das Thema „Krieg in Europa – und keine Aussicht auf Frieden? 
> die Ö1-Sendung kann kurzzeitg nachgehört oder bei uns ein Manuskript angefodert werden
> Video von Trojanows Rede bei den Salzburger Festspielen
> VIDEO:  Wie Frieden gelingt und was Mut damit zu tun hat – Friedensforscher Werner Wintersteiner im Gespräch mit Stefanie Gründl (Sept. 2022)

Am 10. September, ein Monat vor der nächsten NATO-Konferenz, fand das Essener Friedensforum statt. Die Veranstalter sind überzeugt, dass die militärischen und ökologischen Zukunftsgefährdungen nur mit einer friedens-ökologischen Politik abgewendet werden können. Kriege müssen beendet bzw. verhindert werden und Konflikte möglichst mit gewaltfreien – diplomatischen – Mitteln gelöst werden. Eine Politik militärischer Rivalität und Überlegenheit ist gegen die Überlebensinteressen der Menschheit gerichtet. 
> die Essener Friedenserklärung, die zum Abschluss der Konferenz verfasst wurde
> Friedensaktivist und Friedenspädagoge Bernhard Trautvetter am Antikriegstag zum Thema „Wie weit ist es von der Zeitenwende zum Zeitenende?“

NATO-Konferenz ab 11. Oktober: "Erneu[er]ter Wettbewerb der Großmächte"

(9. Sept. 2022) Ab 11. Okt. beraten 300 NATO-Führungskräfte, Vertreter der Rüstungsindustrie und Strategen über die Möglichkeit, die NATO-Staaten in der Rivalität mit China und Russland militärisch zu unterstützen, wie es in ihren Tagungsunterlagen heißt. Das Thema der NATO-Militärs folgt dem Titel eines Papiers des wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses: „Renewed Great Power Competition: Implications for Defense”. Letztendlich geht es um die Vorbereitung einer Eskalation zwischen den Weltmächten, die über 90 Prozent der nuklearen Arsenale bereit halten. Dabei ist Europa besonder gefährdet, weil hier fast 200 Atomreaktoren am Netz und weitere 111 stillgelegt sind. Was ein Atomkrieg in einem so hochgefährlich industrialisierten Erdteil für Folgen hat, will sich niemand vorstellen. > mehr dazu 
> Aufruf zu Deeskaltion von namhafte Wissenschaftler und Friedensaktivisten vom Dez. 2021 !

(8. Sept. 2022) Erstmals findet in ganz Österreich vor der Bundespräsidentschaftswahl eine Pass Egal Wahl statt. Rund 1,4 Millionen Menschen im Wahlalter sind von der Wahl am 9. Oktober ausgeschlossen, weil sie keine österreichische Staatsbürgerschaft haben. Viele der Betroffenen leben schon lange in Österreich oder sind sogar hier geboren. Um gegen diesen Demokratieausschluss ein Zeichen zu setzen, können ALLE Menschen im Wahlalter ab sofort bis 4. Oktober bei der Pass Egal Wahl teilnehmen.

> mehr Info zur Pass Egal Wahl

(4. Sept. 2022) Die Politikwissenschaflterin Magdalena Fackler schreibt in ihrem Beitrag in „Wissenschaft & Frieden“ u.a.: „Das »nukleare Gleichgewicht« beruht auf einem fragilen Vertrauen: Die »Sicherheit« der Abschreckung ist kein Automatismus, sondern zutiefst von menschlichen Entscheidungen und Emotionen abhängig. … Die Überzeugung, nukleare Waffen gehörten zur letztlichen Sicherheit der Menschheit, ist eng mit Machtsystemen verknüpft, die die internationale Staatengemeinschaft dominieren. Seit Jahren analysieren feministische Wissenschaftler:innen  den Zusammenhang zwischen Patriarchat und Atomwaffen (vgl. Ray Acheson 2021). … Die Maskulinität,  die im Patriarchat zu Macht führt, zeichnet sich durch »mannhafte Stärke« aus, die sich vorwiegend in Form von Gewalt, Militarisierung und bewaffneten Konikten ausdrückt. … Wenn wir es ernst meinen mit Frieden und Sicherheit, dann ist es jetzt an der Zeit neue Normen zu setzen. Diese Entscheidung reicht weit über den Krieg gegen die Ukraine hinaus. Es geht dabei u.a. darum, wie die bisherige  Staatenordnung mit ihren patriarchalen Strukturen Aufrüstung und die nukleare Bedrohung als Reaktion auf Konflikte ermöglicht und zementiert.“ Bereits 2021 ist es mit dem Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrags (AVV) gelungen, eine Möglichkeit für ein Ende der nuklearen Gewalt zu schaffen.

(1. Sept. 2022) Der Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen und damit des Beginns des Zweiten Weltkriegs wurde in Deutschland 1957 zum ersten Mal als Antikriegstag begangen. „Wir wollen ohne Waffen und Atombomben auskommen,“ das rief Waldemar Reuter vom Deutschen Gewerkschaftsbund den 5000 Jugendlichen zu, die am 1. Sept. 1957 in Frankfurt am Main gegen die Wehrpflicht und Kriege demonstrierten.
Nach Einführung der Wehrpflicht in Deutschland im Juli 1956 verbündeten sich vier Jugendorganisationen zur „Antimilitaristischen Aktion 1957“, und  zwar die sozialistische Jugend „Die Falken“, die Naturfreundejugend, die Jugend des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bundes „Solidarität“ und die „Gruppe der Wehrdienstverweigerer e.V.“ Vereint kämpften sie gegen die Wehrpflicht und die militaristischen Bestrebungen in der Bundesrepublik. Das ist leider heute Geschichte und die Aufrüstung schreitet hurtig voran. 2022 gibt die dt. Bundesregierung 50,4 Mrd. € für Rüstung und Militär aus – ohne das Anfang März 2022 beschlossenen „Sondervermögen Bundeswehr“ in Höhe von 100 Mrd. Euro.  > mehr über den deutschen Antikriegstag
 > Friedensaktivist und Friedenspädagoge Bernhard Trautvetter am Antikriegstag zum Thema „Wie weit ist es von der Zeitenwende zum Zeitenende?“

(27. Aug. 2022) m Gegensatz zu den im Juni in Wien stattgefunden Konferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag AVV brachte die soeben zu Ende gegangen UN-Überprüfungskonferenz des nuklearen Nichtverbreitungsvertrags NVV keine wesentlichen Fortsschritte und es konnte kein gemeinsames Abschlussdokument verabschiedet werden. Hauptkonflikt waren die Ereignisse am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja. Russland lehnt gemeinsame Sprache zu Kampfhandlungen am Atomkraftwerk ab. Neben den Kampfhandlungen in der Ukraine waren das trinationale Militärprojekt AUKUS (USA-Australien-UK) sowie die Etablierung einer massenvernichtungswaffenfreien Zone im Nahen und Mittleren Osten Konfliktthemen.
Positiv: 144 der 191 NVV-Vertragsstaaten unterstützten während der Konferenz ein humanitäres Statement, darunter Österreich, Griechenland, Südafrika und Irland. Fast alle NATO-Länder und die Atommächte haben die Unterstützung des Statements abgelehnt.

(01. Aug. 2022) Sechs Monate Krieg. Mit jedem weiteren Tag kommen mehr Menschen ums Leben, werden körperlich verletzt oder psychisch traumatisiert und es wächst das Risiko, dass sich der Krieg auf andere Staaten ausweitet oder eskaliert. Und jeden Tag verstärkt sich die weltweite Hungersnot, die schon vor dem Ukrainekrieg ca. ein Zehntel der Weltbevölkerung betraf.
(> siehe auch Attac-Beitrag „Finanzspekulation treibt Millionen in den Hunger“)
Der Krieg muss jetzt so schnell wie möglich beendet werden. Es braucht einen Weg aus der militärischen Eskalationsspirale. Dafür sind ein Waffenstillstand und Friedensverhandlungen unumgänglich.
Die IPPNW, Internationale Ärzt:innen für die Verhütung des Atomkriegs, haben Argumente und Vorschläge für einen „Waffenstillstand und Frieden für die Ukraine“ zusammen gestellt.
> zu den Vorschlägen der IPPNW 
> IPPNW-Infoblatt „Risiken und Nebenwirkungen von Waffenlieferungen“
Auch der Friedensforscher Werner Wintersteiner sieht in „Friedensziele in den Blick nehmen“ Möglichkeiten für die Friedenslogik und Gewaltfreiheit im Ukraine-Krieg > Beitrag aus „Kranich“, Ztg des Salzburger Friedensbüros
> Blick auf die Militärausgaben der Welt und die größten Rüstungsbetriebe

(28. Juli 2022) Heute, am 28. Juli, wurde im weltweiten Durchschnitt jener Tag erreicht, an dem der menschlichen Rohstoffverbrauch der Bewohner:innen nicht mehr durch die Bildung neuer Ressourcen gedeckt werden kann. Seit 1970, wo der Welterschöpfungstag erst knapp vor Jahresende erreicht wurde, ist der Ressourcenverbrauch enorm gestiegen. In Österreich wurde heuer dieser Tag bereits am 6. April erreicht, das heißt, seither leben wir bereits auf Kosten nachfolgender Generationen.
> Earth Overshoot Day in den verschiedenen Ländern

(24. Juli 2022) Im August findet die nächste NVV-Überprüfungskonferenz in NewYork statt. Diese steht unter dem Eindruck des Krieges Russlands gegen die Ukraine, der immer wiederkehrenden Drohung mit einem möglichen Einsatz der Atomwaffe, der umfassenden Modernisierung aller Atomwaffen in allen Atomwaffenländern, der technologischen Entwicklung der Atomwaffen zu Gefechtsfeldwaffen (mini nukes) oder genereller formuliert, der aggressiv ausgetragenen geostrategischen weltweiten Konfrontationen.
Ist es vorstellbar, dass angesichts von Militär- und Wirtschaftskriegen (und beides geht weit über den Ukrainekonflikt hinaus) über Rüstungskontrolle, atomwaffenfreie Zonen und Abrüstung ernsthaft verhandelt wird? Reiner Braun, Co-Präsident des International Peace Bureau, ist skeptisch. Im Gegensatz zu den im Juni in Wien stattgefundenen Verhandlungen zum Atomwaffenverbotsvertrag AVV (TPNW) erwartet er bei den Verhandlungen zum Atomwaffensperrvertrag NVV (NPT) in NewYork kaum Fortschritte.
> zu Reiner Brauns Bericht auf Telepolis
(heise online)

Südafrikas Außenministerin Naledi Pandor.
Bild: Screenshot ZDF 

(21. Juli 2022) „Die Welt hat eine Verantwortung, für Frieden zu sorgen“, sagte die südafrikanische Außenministerin Naledi Pandor im ZDF heute journal Ende Juni. Sie meinte, die G7 habe die Fähigkeit, eine Lösung im Ukraine-Krieg zu finden. (Die Hoffnung wurde leider enttäuscht, wie die Berichte vom G7-Gipfel zeigten). Ermutigend dieser andere Blick auf den Krieg, der nicht nur Schwarz-Weiß sieht sondern auch Grautöne erkennt. > zum Interview (17 min) mit Naledi Pandor

Der (fast) gewaltfreie Machtwechsel und damit die Beendigung der Apartheid in SÜdafrika sind nicht zuletzt dem Friedensmenschen Nelson Madela zu verdanken. Erfahren Sie, wie Madela und ein auf den beiden Konfliktseiten stehendes Brüderpaar dazu beigetragen hat.
> Gewaltfreier Machtwechsel  (aus dem Buch „Im Grunde gut“ von Rutger Bregman)

(3. Juli 2022) „Die Zeit“ veröffentlichte soeben einen Appell von namhaften Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und anderen Intellektuellen, worin der Westen aufgefordert wird, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um in der Ukraine einen Waffenstillstand zu erwirken und Verhandlungen zu beginnen. Im Appell heißt es u.a.: „Der Westen muss alles daransetzen, dass die Parteien zu einer zeitnahen Verhandlungslösung kommen. Sie allein kann einen jahrelangen Abnutzungskrieg mit seinen fatalen lokalen und globalen Folgen sowie eine militärische Eskalation, die bis hin zum Einsatz nuklearer Waffen gehen kann, verhindern. Verhandlungen bedeuten nicht, wie manchmal angenommen wird, der Ukraine eine Kapitulation zu diktieren.“

> Ein (weiterer) Appell deutscher Unternehmen gegen Krieg und Hochrüstung