GEWALT (AN FRAUEN)

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Es gibt viele Ursachen von Gewalt. Ein gesellschaftlicher Booster von Gewalt ist unbestreitbar die immer weiter auseinander klaffende soziale Schere. Immer breitere Kreise der Bevölkerung werden an den Rand gedrängt. Laut den Daten der Armutskonferenz sind derzeit 17,5% der österreichischen Bevölkerung (1.512.000 Menschen) armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. 

 

Gewalt an Frauen

Das Thema Gewalt an Frauen findet in den österreichischen Medien zunehmend Beachtung. Der Grund liegt nicht zuletzt in der „Me-too-Debatte“ der letzten Jahre und in der zunehmenden Opferzahl. Der Großteil der getöteten Frauen sind Opfer häuslicher Gewalt, wie auch ein Beitrag vom 24. Nov. 2019 im Standard klar zeigt. Michael Simoner schreibt, dass die Opfer von Beziehungsmorden fast immer Frauen sind. Am gefährlichsten sind arbeitslose, trinkende Männer, die verlassen wurden. Zwischen 1. Jänner 2018 und 25. Jänner 2019 wurden in Österreich 174 Tötungsdelikte (Versuche) angezeigt. 51 wurden tatsächlich ermordet (32 Frauen, 19 Männer). In neun von zehn Mordfällen kannten Täter und Opfer einander – bei der Hälfte der Fälle bestand ein Verwandtschaftsverhältnis.
> zum Standard-Artikel

Gewaltinfo.at
Das Bundeskanzleramt hat die Plattform „gewaltinfo.at“ eingerichtet und sagt dort: „Um der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu setzen, muss die strukturelle Gewalt und das Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechtern abgebaut werden … Die Vernetzungsträgerinnen im Bereich Gewalt gegen Frauen vernetzen Frauenhäuser, Interventionsstellen, Beratungsstellen, Kinder- und Jugendhilfebehörden, Sozialämter, Exekutive, Justiz sowie weitere Institutionen, die mit Gewalt an Frauen konfrontiert sind, um die Prävention familiärer Gewalt und die Opferrechte zu stärken.“
Neben behördlichen Einrichtungen gibt es noch eine Reihe von NGOs, die sich dem Thema „Gewaltprävention“ annehmen.

Rechtsruck

Verstärkt werden die Frauenfeindlichkeit und die Vorurteile gegen LGBT Menschen (auch GLBT, LGBTI – Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender oder umfassend: LGBTQIA+ für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, queere, intersexuelle und asexuelle) noch durch den Rechtsruck. 

Der Rechtsruck hat leider fast alle Industrieländer und auch die industriell aufstrebenden Länder in Lateinamerika und Asien erfasst. Österreich blieb davon nicht unberührt. Aus der 5%-Partei FPÖ ist eine 26%-Partei geworden, die aufgrund von Korruption, Maßlosigkeit und Herrschsucht, die alle unter dem Schlagwort „Ibiza“ zusammen gefasst werden können, derzeit (Ende 2019) auf etwa 16 Prozent zusammengeschmolzen ist. Die ist aber immer noch 3x so groß, wie die Kleinpartei FPÖ vor rund 30 Jahren war – das muss beachtet werden. In der 2. Republik war die FPÖ bis in die späten 1980er Jahre eine 5%-Partei und wuchs erst unter Jörg Haider zu einer 20%-Partei. (Nationalratswahlergebnisse 1945 – 2008). Bei alldem darf man die Entwicklung der einst christlich-sozialen ÖVP in Richtung türkiser Mitte-Rechts-Partei nicht vergessen.
> Ergebnisse der Nationalratswahl 2019 (ORF)
> Interessanter Überblick über die Parteien und Wahlergebnisse