MIGRATION. BILDUNG. FRIEDEN.

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Was ist und was sein kann: Hegemoniale Konfliktdiskurse und Gegennarrative für ein ‚Gutes Leben für alle‘

Von Bettina Gruber
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Grafiken: Von A wie Arbeit bis Z wie Zukunft – Arbeiten & Wirtschaften in der Klimkrise, I.L.A. Kollektiv & Periskop (Hrsg.)
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Weder die Finanzkrise von 2008, noch die Hungerkrisen, die ein Ausdruck der nicht gelingenden Umsetzung der Milleniumsentwicklungsziele sind und auch nicht die Tatsache, dass Millionen von Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, haben bislang zu einem breiten Aufbegehren gegen das Bestehende geführt. Heute sind schätzungsweise 65,5 Millionen Menschen auf der Flucht, mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder (UNHCR 2017). Auch droht ein Klimawandel mit katastrophalen Auswirkungen, wenn die Weltgesellschaft nicht einsieht, sofort konzertiert handeln zu müssen. Ein großer Teil der heutigen Fluchtgründe hat bereits mit dem Klimawandel und dessen Auswirkungen zu tun. Es stellt sich hier die Frage, ob der fehlende Widerstand an einem Mangel an Utopie liegt. Diese Frage ist keine irrelevante. Auszugehen ist davon, dass es keinen Mangel an utopischem Denken gibt und auch nicht an fehlenden Alternativen – hier liegen Vorschläge und Konzepte seitens der Wissenschaft und Politik und (Zivil-)Gesellschaft vor. Der Politologe Michael Hirsch formuliert, worum es geht:
„Es reicht nicht mehr aus, weiterhin die bekannten Befunde von wachsender Armut, sozialer Ungleichheit, Entdemokratisierung, wachsender Demokratieverdrossenheit, Rechtspopulismus, fortschreitender Umweltzerstörung bzw. Verwilderung von Arbeitsverhältnissen aufzuzählen und zu analysieren. Es gibt hier keine großen Wissensprobleme, keinen Mangel an kritischem Bewusstsein. Woran es mangelt, das ist zum einen ein zusammenhängendes Bild dieser Einzelphänomene – zum anderen das Bild einer anderen möglichen Gesellschaftsform, einer anderen möglichen Zukunft . Es wäre das Bild eines besseren Lebens“ (Hirsch 2016: 9).

Anschließend an diese Ausführungen stellt sich die Frage, wie Entwicklungen und Bewegungen aussehen könnten, die dieses „zusammenhängende Bild“ ermöglichen könnten bzw. was die Hauptwiderstände und Konflikte sind, die alternative Konzepte
und Wege verhindern. In diesem Beitrag wird entsprechend darauf eingegangen, wie aktuelle Krisen in hegemonialen Diskursen gerahmt werden, um dann anschließend die Notwendigkeit der Etablierung neuer Narrative zu beschreiben, wobei Protest, Widerstand, Teilhabe und Solidarität als wesentliche Schlüsselfaktoren, die eine Entwicklung in Richtung ‚Gutes Leben für alle‘, einleiten können, gesehen werden.

(Foto „Solidarität“ (C)Perry Grone, unsplash)