Atomare Aufrüstung

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Atombomben und Atomkraftwerke sind siamesische Zwillinge

Text: ggae – Gewerkschafter gegen AtomEnergie und Krieg (2. August 2019)

Die Atombombenexplosionen in Hiroshima und Nagasaki töteten insgesamt 100.000 Menschen sofort, an Folgeschäden starben bis heute weitere 130.000 Menschen.

Die Atommächte rüsten in den letzten Jahren wieder ihre Atomwaffenarsenale auf. Die USA haben den INF-Vertrag (Verbot von Kurz- und Mittelstreckenraketen in Europa) aufgekündigt, in der Folge ist auch Russland aus dem Vertrag ausgestiegen. Ebenso haben die USA das Atomabkommen mit dem Iran einseitig gekündigt. Das alles steigert die (Atom)Kriegsgefahr.

Aus der militärischen Atomnutzung (Atombomben) ging die hoch subventionierte Atomnutzung für Strom (AKW) hervor, durch AKWs kann spaltbares Material für Atombomben hergestellt werden. Ein tödlicher Profit-Kreislauf. Dass an Atomkraftwerken bis heute trotz ihrer katastrophalen Unfallgefahr und Unfallfolgen (u.a. Tschernobyl oder Fukushima) festgehalten wird, hat nur damit zu tun, dass die Atom-Rüstungs-Konzerne AKWs für die Atomwaffenproduktion brauchen.

Richtigerweise wird heute der Klimawandel als Problem erkannt, jedoch kaum ein Wort darüber verloren, das (Atom)Rüstung und Krieg die größte Bedrohung und Krieg der größte Zerstörer von Leben und Umwelt sind. Atomkraft wird von der
Atomlobby sogar als „Ausweg“ aus der Klimakrise propagiert.

Bereits vor 1986 hat Österreichs Bevölkerung per Volksentscheid NEIN zur Atomenergie gesagt. Trotzdem zahlt Österreich für die Atomlobby-Organisationen EURATOM und IAEA (Internationale Atomenergie Agentur) jährlich Millionen Euro auf Kosten von Gesundheit und Frieden.

Darum fordern die ggae: Schluss damit – Österreich raus aus EURATOM und IAEA! Für ein AKTIVE NEUTRALITÄT!

Die NATO beschreitet weiter den Weg der Ausweitung nach Osten und damit der Konfrontation mit Russland. Die EU ist auf dem Weg zur Kriegsunion. Das bedeutet eine Gefahr für Österreichs Neutralität und den Frieden in Europa. Statt Militärausgaben zu erhöhen und sich als neurales Land neutralitätswidrig an EU- und NATO-Militäreinsätzen im Ausland zu beteiligen, muss Österreich eine aktive Friedens- und Neutralitätspolitik betreiben und sofort aus allen Kriegsprogrammen der EU (z.B. PESCO – Permanent Structured Cooperation der EU, EU-Battlegroups, EU-Rüstungsagentur und EU-Aufrüstungsverpflichtungen) und der NATO (z.B. im Kosovo oder der NATO-Partnership for Peace-Programm) aussteigen.

Auslandseinsätze für die neue EU-Interventionsarmee bedeuten Neutralitätsbruch, das heißt Verfassungsbruch. Das ist gegen den Willen der überwältigenden Mehrheit der Österreicher. Nicht der Einsatz des Heeres für westliche Profitinteressen der Konzerne erhöht unsere Sicherheit! Im Gegenteil. Das macht unser Land erst recht zur Zielscheibe.

Für ein neutrales Österreich ohne Kriegsbeteiligung!

Petition für das weltweite Verbot von Atomwaffen

Im  Juli 2017 haben 122 Staaten den UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Noch immer fehlt Deutschland bei diesem historischen Abkommen. ICAN fordert: Die Bundesregierung muss das Verbot unterzeichnen und den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland veranlassen! Unterstützen auch Sie die deutsche Petition für das Verbot der Atomwaffen. Die sogenannte Doomsday Clock steht auf zwei Minuten vor Zwölf. Denn die Gefahr eines Atomkriegs ist so hoch wie schon lange nicht mehr. Abrüstungs- und Rüstungskontrollverträge werden nach und nach aufgekündigt. 2019 kündigten zunächst die USA mit Unterstützung der NATO und in dessen Folge stellte auch Russland diesen für Europas Sicherheit besonders wichtigen Vertrag über Mittelstreckenraketen (INF). Auch der letzte noch bestehende Rüstungskontrollvertrat New START zwischen den USA und Russland ist bedroht.

Mehr Information zu Atomkraftwerken und zur Atomenenergie:

> Was bei einem globalen Atomkrieg passieren würde
Die Beendigung des INF-Vertrages (Mittelstreckenvertrag) im August 2019 erinnerte uns daran, dass es weltweit rund 15.000 Atomwaffen gibt. Eine neue Studie plus Video simuliert die Folgen ihres Einsatzes.

> Das Pro und Kontra in der Atomenergiefrage
Der Autor Peter Weish setzt sich mit gesellschaftlichen und ethischen Aspekten der Atomenergie auseinander.

> Wäre die Atomenergie eine saubere, nachhaltige Lösung der Energiefrage im Sinne der CO2-Vermeidung?
Peter Weish betrachtet den Lebenszyklus von Atomkraftwerken und kommt zu einer klaren Schlussfolgerung.

> Höchste Zeit für ein internationales Verbot der Nuklearwaffen
Stellungnahme des Österreichischen Roten Kreuzes und von OMEGA/IPPNW-Österreich für die Vorbereitungskommission der letzten Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags.

> VIDEO: Die Atombombe im Vorgarten – Geschichten aus dem Kalten Krieg
Regie: Rudolph Herzog; der Film basiert auf seinen Recherchen zum Buch „Der verstrahlte Westernheld“; (C) ZDF 2013 
Welche ungeheuren Mengen atomaren Materials auf der Welt vorhanden sind, das wissen die Wenigsten. Heute liegt daher die größte Gefahr in der schieren Menge im Umlauf befindlichen atomaren Materials, von dem man oft gar nicht mehr weiß, wo es sich überhaupt befindet. Rudolph Herzog zieht hier erstmals Bilanz.

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