Themeninitiative Frieden bei SDG Watch Austria

2020 formierte sich innerhalb von SDG Watch Austria die Themeninitiative FRIEDEN. AbFaNG-Bündnisparter sind Mitglied bei SDG Watch Austria und bilden die Themeninitiative (TI) für SDG 16. Koordiniert wird die TI von ABFaNG-AktivistInnen. Die Themeninitiative Frieden setzt sich mit der Querschnittmaterie „Frieden und zukunftsfähige Entwicklung“ auseinander. Dabei steht die Analyse von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konfliktursachen und das Aufzeigen von friedensfördernden Alternativen und gewaltfreie Lösungsmöglichkeiten im Zentrum. Nationale Sicherheit- und Neutralitätsfragen werden genauso behandelt wie die internationale Ungleichheit und neokoloniale Gewalt. Unser Ansatz: Ohne Frieden und Gewaltfreiheit kann es keine zukunftsfähige Entwicklung geben und ohne zukunftsfähiger Entwicklung keinen dauerhaften Frieden. Die Umwelt-, Klima- und Friedensinitiativen müssen gemeinsam agieren, um zukunftsfähige Entwicklung zu erwirken.

 Diese Friedensbeiträge sind bisher im SDG-Blog erschienen:
> Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft getreten: EIn gewaltiger Schritt zur Abrüstung der Atomwaffen  
> Auch innerhalb von SDG Watch Austria: Höchste Zeit für eine starke, österreichische Friedensbewegung

Derzeit (17.3.2021) sind folgende Organisationen Teil der Themeninitiative:.

Perspektiven 2030

Das bei IUFE (Institut für Umwelt – Friede – Entwicklung) und dem Ökosozialen Forum erschienene Buch „Perspektiven 2030 – 17 Ziele für den Weg in eine lebenswerte Zukunft“ bietet umfangreiches Grundlagenwissen zur Agenda 2030 und den 17 SDGs.

Die beiden Herausgeber René Hartinger und Florien Leregger zu ihrem Werk: „Unser Anliegen war, ein lebendiges und vielseitiges Buch herauszugeben, das die Relevanz, Vielseitigkeit und Tiefe der Agenda 2030 aufzeigt.“ In den Beiträgen der 27 Autor:innen werden Chancen und Herausforderungen der SDGs diskutiert und stets ein Fokus auf konkrete Aktivitäten und Initiativen gelegt: Was passiert in einzelnen Gesellschaftsbereichen und auf unterschiedlichen Handlungsebenen?

> mehr zum Buch

SDG Ziel 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Δ  Weltweite Tötungsdelikte, Gewalt gegen Kinder, Menschenhandel und sexuelle Gewalt müssen bekämpft werden, um friedliche und integrative Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Sie ebnen den Weg für die Ermöglichung des Zugangs zur Justiz für alle und für den Aufbau effektiver, rechenschaftspflichtiger Institutionen auf allen Ebenen.
Δ  Während die Fälle von Mord und Menschenhandel in den letzten zehn Jahren erheblich gesunken sind, sind immer noch Tausende von Menschen in Lateinamerika, in Subsahara-Afrika und in Asien stärker von vorsätzlichen Morden bedroht. Kinderrechtsverletzungen durch Aggression und sexuelle Gewalt plagen nach wie vor viele Länder auf der ganzen Welt, zumal mangelnde Berichterstattung und Datenmangel das Problem verschärfen.
Δ  Um diese Herausforderungen anzugehen und eine friedlichere, integrativere Gesellschaft aufzubauen, bedarf es effizienterer und transparenterer Vorschriften und umfassenderer, realistischer öffentlicher Haushalte. Einer der ersten Schritte zum Schutz der individuellen Rechte ist die Umsetzung der weltweiten Geburtsregistrierung und die Schaffung unabhängigerer nationaler Menschenrechts-Institutionen auf der ganzen Welt.

SDG Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.

Die Unterziele von SDG 16

16.1 Alle Formen der Gewalt und die gewaltbedingte Sterblichkeit überall deutlich verringern

16.2 Missbrauch und Ausbeutung von Kindern, den Kinderhandel, Folter und alle Formen von Gewalt gegen Kinder beenden

16.3 Die Rechtsstaatlichkeit auf nationaler und internationaler Ebene fördern und den gleichberechtigten Zugang aller zur Justiz gewährleisten

16.4 Bis 2030 illegale Finanz- und Waffenströme deutlich verringern, die Wiedererlangung und Rückgabe gestohlener Vermögenswerte verstärken und alle Formen der organisierten Kriminalität bekämpfen

16.5 Korruption und Bestechung in allen ihren Formen erheblich reduzieren

16.6 Leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und transparente Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

16.7 Dafür sorgen, dass die Entscheidungsfindung auf allen Ebenen bedarfsorientiert, inklusiv, partizipatorisch und repräsentativ ist

16.8 Die Teilhabe der Entwicklungsländer an den globalen Lenkungsinstitutionen erweitern und verstärken

16.9 Bis 2030 insbesondere durch die Registrierung der Geburten dafür sorgen, dass alle Menschen eine rechtliche Identität haben

16.10 Den öffentlichen Zugang zu Informationen gewährleisten und die Grundfreiheiten schützen, im Einklang mit den nationalen Rechtsvorschriften und völkerrechtlichen Übereinkünften

16.a Die zuständigen nationalen Institutionen namentlich durch internationale Zusammenarbeit beim Kapazitätsaufbau auf allen Ebenen zur Verhütung von Gewalt und zur Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität unterstützen, insbesondere in den Entwicklungsländern

16.b Nichtdiskriminierende Rechtsvorschriften und Politiken zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung fördern und durchsetzen

> Vollständiger UN-Resolutionstext in deutscher Übertragung