Eine Auswahl von jährlich wiederkehrenden Terminen, die einerseits an Ereignisse erinnern, die für Friedensmenschen von besonderer Bedeutung sind und andererseits durch Veranstaltungen das Thema Frieden für Mensch, Tier und Umwelt in den Mittelpunkt des Interesses rücken. WORLD BEYOND WAR bietet einen Friedensalmanach, in dem an jedem Tag des Jahres ein besonders Ereignis beschrieben wird. > zum WBW Friedensalmanach


JÄNNER

1. Jänner:
Weltfriedenstag in der katholischen Kirche (seit 1968)
Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag am 1.1.2020 (Quelle: PaxChristi)
Der Frieden als Weg der Hoffnung: Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr: In der Botschaft des Papstes heißt es u.a.: Der Frieden ist ein kostbares Gut, er ist Gegenstand unserer Hoffnung, nach dem die ganze Menschheit strebt. …. Unsere menschliche Gemeinschaft trägt im Gedächtnis und am eigenen Fleisch die Zeichen der Kriege und Konflikte …. Denn jeder Krieg entpuppt sich in Wirklichkeit als Brudermord, der das Projekt der Brüderlichkeit selbst zerstört, das der Berufung der Menschheitsfamilie eingeschrieben ist. Der Frieden und die internationale Stabilität sind unvereinbar mit jedwedem Versuch, sie auf der Angst gegenseitiger Zerstörung oder auf der Bedrohung einer gänzlichen Auslöschung aufzubauen …. Der Krieg beginnt, wie wir wissen, häufig mit einer Unduldsamkeit gegen die Verschiedenartigkeit des anderen, die das Verlangen nach Besitz und den Willen zur Vorherrschaft schürt. 
> vollständiger Text auf Vatikannews

17. Jänner: Tag des Judentums
Das Christentum ist in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden; der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) hat daher im Jahr 2000 den 17. Jänner als „Tag des Judentums“ im Kirchenjahr eingeführt. 
> Katholische Kirche    > Evangelische Kirche 

 

22. Jänner: Tag des Inkrafttretens des Atomwaffenverbotsvertrags (AVV) Am 22. Jänner 2021 trat der wegweisende TPNW, Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons, in Kraft.  > mehr zum TPNW
 

27. Jänner: Internationaler Holocaust-Gedenktag 
2005 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen aus Anlass 0000 des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz den 27. Jänner zum „International Holocaust Remembrance Day“.  > mehr

30. Jänner: Gedenktag an die Ermordung Mahathma Gandhis, dem politischen und geistigen Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung gegen Englands Kolonialmacht. Gandhi gilt als einer der Wegbereiter des gewaltlosen Widerstands.
Zum 150. Geburtstag Gandhis fand 2019 in Linz ein Symposium statt.
> Kurzfassung der Symposiumsbeiträge (Reader, pdf)
> Ausstellung zum Gandhi-Symposium (pdf)
> OE1-Hörbeiträge zu Gandhis 150. Geburtstag


FEBRUAR

Verleihung des Friedensfilmpreises bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin (seit 1986)

Verleihung des Amnesty International Filmpreises bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin (seit 2005)


MÄRZ

1. März: Zero Discrimination Day. Dieser findet seit 2014 jährlich am 1. März statt und setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung von an HIV und AIDS erkrankten Menschen.

 

3. März: Tag des Artenschutzes (engl. UN World Wildlife Day) wurde im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES, Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) 1973 eingeführt.

8. März: Internationaler Frauentag: Der Weltfrauentag (auch Frauenkampftag oder Frauenwelttag) wird seit 1921 begangen. An diesem Tag demonstrieren Frauen weltweit für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. In Berlin ist der 8. März ein gesetzlicher Feiertag. Den 8. März wählten auch die Vereinten Nationen (UN) im Internationalen Jahr der Frau 1975 zum „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“.


APRIL

4. April: Gedenktag Martin Luther King (15.1.1929 – 4.4.1968) Am 4. April 1968 wurde der Menschenrechts- und Friedensaktivist Martin Luther King in Memphis ermordert. Er sagte u.a.: „Wahre Nächstenliebe ist mehr als die Fähigkeit zum Mitleid, es ist die Fähigkeit zur Zuneigung.“ Wie alle Schwarzen wurde auch King durch die damalige Rassentrennung in den Südstaaten der USA diskriminiert. Alle Bereiche des täglichen Lebens wurden in schwarz und weiß getrennt: Schulen, Kirchen, öffentliche Gebäude, Busse und Züge, selbst Toiletten und Waschbecken. Kings Haltung den Weißen gegenüber blieb trotzdem gemäßigt und versöhnlich. > Website Martin-Luther-King-Zentrum

Wie sehr die Apartheid in den USA bis heute lebt, zeigt die brutale Ermordung von George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis und die daraufhin ausgelösten Massenproteste – die Black Lives Matter Bewegung – die auch in Österreich zu einer beeindruckenden Demonstration führt.
> Weltveränderer Martin Luther King
> Geschichte der Black Lives Matter Bewegung
> OE1-Hörbeiträge zur 50. Wiederkehr der Ermordung Martin Luther Kings

April: Friedenslauf im Augarten, Wien (seit 2002)


MAI

8. Mai: „Tag der Befreiung– Ende des Naziregimes, Ende des 2. Weltkriegs, auch „VE day“

15. Mai: Internationaler Tag der Kriegsdienst-Verweigerung: Aktionstag gegen Wehrpflicht, Militär und Zwangsdienste weltweit, mit dem gegen die Verfolgung und Inhaftierung von Kriegsdienst-Verweigerern in vielen Ländern protestiert wird.

 

15. Mai: Staatsvertragsunterzeichnung. 10 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs wurde am 15. Mai 1955 im Bevedere der österreichische Staatsvertrag unterzeichnet. Am 26. Oktober dann die immerwährende Neutralität besiegelt. > Statement zu 65 Jahre Staatsvertrag

29. Mai: Tag der Friedenssicherungskräfte der Vereinten Nationen
Etwa 100.000 Einsatzkräfte dienen aktuell in Friedenssicherungsmissionen der UN. Ihre Einsätze sind nicht unumstritten. Aber derzeit hat die Welt keine bessere Alternative.


JUNI

9. Juni: Gedenktag Bertha von Suttner,
(9. 6.1843 – 21.6.1914). Bertha von Suttner war eine österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin. Sie wurde 1905 als erste Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

20. Juni: Weltflüchtlingstag: Österreich muss Verantwortung übernehmen
Bilder der heillos überfüllten Lager auf Lesbos, Chios und Samos erinnern uns regelmäßig an unsere Pflicht, für Menschen in Not Verantwortung zu übernehmen. Die österr. Regierung muss hier endlich humanitär handeln!
> UMF-Presseinformation 20.6.2020


JULI

8. Juli: Flaggentag der Mayors for Peace Am 8. Juli 2017 stimmte die UN-Generalversammlung dem vorgelegten Atomwaffenverbotsvertrag (AVV / TPNW) mit einer deutlichen Mehrheit von 122 Ja-Stimmen zu.

Mit dem Hissen der Flagge des weltweiten Bündnisses der Mayors for Peace appellieren die Bürgermeister:innen für den Frieden an die Staaten der Welt, Atomwaffen endgültig abzuschaffen. Die Flaggen sind ein sichtbares Zeichen für eine friedlichere Welt.

Die „Mayors for Peace“ (MfP) wurden 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Mit 1. Juli 2022 gehörten weltweit 8.188 Städte und  Gemeinden aus 166 Ländern dem MfP-Netzwerk an, davon 3.256 aus Europa.

In Österreich zählen 117 Gemeinden zu den Mayors for Peace – von insgesamt 2.093 Gemeinden. Zuletzt traten 2019 drei Gemeinden am Attersee und die Stadt Villach den MfP bei. > Liste der österr. MfP-Gemeinden
> Website MfP Deutschland (Hannover) 
> zur Website der MfP international 

18. Juli: Gedenktag Nelson Mandela (18. 7.1918 – 5.12.2013). Wie es Nelson Mandela durch sein Verhandlungsgeschick und seine außergewöhnlich gewinnende Persönlichkeit gelang eine bewaffneten Konflikt beim Regimewechsel in Südafrikat zu verhindern, berichtet Rutger Bregman in seinem Buch „Im Grunde gut“ > hier das betreffende Kapitel (pdf)  > OE1-Hörbeiträge zum 100. Geburtstag von Nelson Mandela

AUGUST

2. August: Europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma
In der Nacht vom 2. auf den 3.  August 1944 wurden im „Zigeunerfamilienlager“ des KZ Auschwitz-Birkenau mehr als 4.200 Sinti und Roma, hauptsächlich Frauen, Kinder und Alte, ermordet. Insgesamt wurden in der Zeit des Nationalsozialismusetwa 500.000 Menschen allein aus diesen beiden Volksgruppen ermordet. Die genaue Zahl ist bis heute nicht bekannt.
> mehr Information
> Wiener Frauenspazierang zum Gedenken „Träume ich, das ich lebe?“

6. August: Hiroshima-Gedenktag
1945 wurde auf die japanische Stadt Hirsohima von der US-Airforce erstmals eine Atombombe auf bewohntes Gebiei abgeworfen. Diesem Ereignis wird jährlich am Wiener Stephansplatz mit einer Friedenskundgebung gedacht.
> mehr über den Hiroshimatag

8. August: Abwurf der Atombombe auf Nagasaki

9. August: Gedenktag Franz Jägerstätter.
Der überzeugte Katholik, Pazifist und Wehrdienstverweigerer wurde am 9.8.1943 von den Nazis hingerichtet.
> mehr über Franz Jängerstätter 

29. August: Internationaler Tag gegen Nuklearversuche
Am 2. Dezember 2009 stimmte die 64. Tagung der UNO-Generalversammlung einstimmig der Annahme der Resolution 64/35 zu, die den 29. August zum Internationalen Tag gegen Nuklearversuche erklärt mit dem Ziel, Organisationen, die Vereinten Nationen und die Mitgliedsstaaten über die Notwendigkeit des Verbots von Nuklearversuchen aufzuklären und dafür zu sensibilisieren.
> Atomteststopp: Ein Erfolg der Friedensbewegung   
> Atomwaffenverbot ab 22. Jänner 2021: Ein Erfolg von ICAN


SEPTEMBER

21. September: Weltfriedenstag / Internationaler Tag des Friedens der Vereinten Nationen (UNO)
Der Weltfriedenstag, auch Antikriegstag, findet seit 1981 weltweit statt.

21. September 2019: „Climate Action for Peace“


OKTOBER

2. Oktober: Internationaler Tag der Gewaltlosigkeit
Der 2. Okt. ist der Geburtstag von Mahatma Gandhi (siehe Jänner-Eintrag). Gemäß Beschluss der UN Generalversammlung A / RES / 61 / 271 vom 15. Juni 2007, ist der Internationale Tag eine Gelegenheit „die Botschaft der Gewaltlosigkeit zu verbreiten, auch durch Bildung und öffentliches Bewusstsein“. Die Resolution bekräftigt den Wunsch, „eine Kultur des Friedens, der Toleranz, des Verständnisses und der Gewaltfreiheit zu sichern“.

26. Oktober: Nationalfeiertag / Tag der Österreichischen Neutralität
> Aktive Neutralitätspolitik ist friedenssichernd (Wilfried Leisch)
> siehe auch unsere Veranstaltung unter „Termine“.

Oktober: Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche (seit 1950)
Tsitsi Dangarembga war Preisträgerin 2021. In ihrer Romantrilogie beschreibt sie am Beispiel einer heranwachsenden Frau den Kampf um das Recht auf ein menschenwürdiges Leben und weibliche Selbstbestimmung in Simbabwe. Dabei zeigt sie soziale und moralische Konflikte auf, die weit über den regionalen Bezug hinausgehen und Resonanzräume für globale Gerechtigkeitsfragen eröffnen.
Aleida und Jan Assmann erhielten 2018 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In einem Interview mit der Furche im Juli 2020 sagte Aleida Assman zur Frage des Denkmalsturmes während der Black Lives Matter Demonstrationen u.a.: Denkmäler erzählen die Geschichte der Sieger. > mehr


NOVEMBER

11. November:  Gedenktag Alfred Fried (11.11.1864 – 4.5.1921). Fried  war ein österreichischer Pazifist und Schriftsteller. Als Gründer der Zeitschrift „Die Waffen nieder!“ erhielt Alfred Fried 1911 den Friedensnobelpreis.


DEZEMBER

10. Dezember: Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo (seit 1901)

10. Dezember: Internationaler Tag der Menschenrechte.
Am 10.12.1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Friedenskalender
Ein informativer Kalender mit vielen Texten über Menschen, die sich für den Frieden engagierten, Hintergrundberichten zur Aufrüstung und zu Friedensverträgen u.a.m.  Herausgeber: Solidarwerkstatt Österreich