MELDUNGSARCHIV

Unsere Meldungen von Juni bis Jänner 2021:

WILPF Austria Gründungskongress
Führung „Friedensfrauen“ vor dem Peace Museum in der Blutgasse

(10. Juni 2021) Bereits 1921 wurde die österreichische Sektion der IFFF / WILPF Women’s International League for Peace and Freedom mit einem Kongress in Wiener Musikverein gegründet. Genau 100 Jahre nach diesem Ereignis wurde am 9. Juli 2021 die WILPF Austria mit einem beeindruckenden Frauenfriedenskongress neu gegründet. Über 100 Teilnehmer:innen akklamierten die insgesamt 27(!) informativen und berührenden Redebeiträge im Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins. Frauen*power vom Feinsten. Bereits in den 1920er-Jahren forderte die WILPF ein Friedensministerium in jedem Staat, eine Idee, die von Werner Wintersteiner weiter präzisiert wurde. (> Friedensministerium). Untermalt wurde die Gründungsfeier durch das virtuose DuoArte. Eine Kooperation der WILPF Austria mit AbFaNG ist angedacht.
Vor dem Kongress führte die Historikerin Petra Unger durch den 1. Bezirk und erinnerte an das friedensfördernde Schaffen von Bertha von Suttner, Hermi Hirsch, Schwester Maria Restituta Kafka und beim Deserteuersdenkmal an die widerständigen Opfer der NS-Justiz.
> Kongressprogramm und Teilnehmer:innen
Kontakt: wilpf.austria(a)gmail.com

Anne Rieger, Co-Sprecherin des dt. Bundesausschuss Friedensratschlag und AbFaNG-Bündnispartnerin

20. Juni 2021: Anne Rieger betont in Richtung der deutschen  Bundestagswahlen in der Zeitung „Abrüsten statt Aufrüsten“ vom Juni 2021: „Frieden und Entspannung, soziale Sicherheit und Klimaschutz sind die dringendsten Bedürfnisse der Mehrheit der Menschen. Das alles geht nur mit Abrüstung. Deswegen muss eine Regierung gewählt werden, die sofort Abrüstungsschritte geht. Nur so eine Regierung kann glaubwürdig zur weltweiten Entspannung beitragen, besonders zu Frieden mit Russland. Durch den Rückbau des Rüstungshaushaltes werden Gelder frei für soziale Erfordernisse, wie den Bau von Sozialwohnungen, mehr und besser bezahlte Pflegekräfte,  öffentliche  Krankenhäuser,  höhere  Renten,  höhere  Einkommen,  höheres  Arbeitslosengeld  und  mehr  Geld für die Bildung. Durch den Abbau der  Rüstungsproduktion  kann  der  maßlose CO2-Ausstoss sowohl bei der Produktion als auch der Verwendung von Waffen gestoppt werden.“

19. Juni 2021: Im Mai und Juni rollten die NATO-Truppentransporte durch Österreich. Kriegsgerät und Truppen bewegten sich zu den Manövern „Defender Europe 2021“ in die Schwarzmeerregion. Kaum ein Medium berichtet darüber, kaum jemand stellt die Frage, wie das mit unserer Neutralität vereinbar ist. Mehrere Bündnispartner:innen des AbFaNG-Friedensbündnisses prostestierten daher vor der Burstyn-Kaserne in Zwölfaxing.
Es stellt sich auch die Frage, inwieweit der geplante und umstrittene LOBAUTUNNEL auch auf Druck der NATO gebaut werden soll, um den raschen Transport von schwerem Gerät und Truppen entlang der Nord-Süd-Achse garantieren zu können?

Screenshot: handelsblatt.com

5. Juni 2021: Die neuesten Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zeigen erneut einen deutlichen Anstieg der Militärausgaben. Weltweit wurden 2020 insgesamt 1.981 Mrd. Dollar (rund 1,65 Bio. €) für das Militär aufgewendet. Das höchste Militärbudget gemessen am BIP haben Saudia Arabien (8,4%) und Israel (5,6%). In absoluten Zahlen gaben die USA mit 767 Mrd. US $ das meiste Geld aus.  
Die Armeen der Länder China, Indien und der USA sind die größten, wie die Tabelle zeigt. Der Soldatenanteil an der Gesamtbevölkerung ist jedoch in Saudi-Arabien, Südkorea und Nordkorea am größten.

Proteste gegen das Militärregime in Myanmar. Bild:  Myanmar Now

1. Juni 2021: Seit dem Militärputsch am 1. Februar 2021 versinkt Myanmar in Gewalt und Chaos. Die Berichte über Gräueltaten nehmen kein Ende. Doch neun Großbanken stützen weiterhin indirekt das brutale Militärregime: JPMorgan Chase, UBS, Credit Suisse, Morgan Stanley, Bank of America, Wells Fargo, BNP Paribas Mitsubishi UFJ Financial Group und Sumitomo Mitsui Financial Group halten Aktien im Wert von über 24 Mrd. Dollar von 18 Unternehmen, die mit der Militärjunta von Myanmar eng verbunden sind.  Das haben die NGOs BankTrack und Justice For Myanmar in einer Studie veröffentlicht. Die NGOS fordern die internationale Banken und institutionellen Investoren auf, sich unverzüglich von Unternehmen mit langjährigen, direkten Verbindungen zum Militär zu trennen. Alle diese Banken haben die Verantwortung zu handeln und Rechenschaft darüber abzulegen, wie sie dies tun.

25. Mai 2021: Seit Monaten wird über das Heeresgeschichtliche Museum (HGM) in Wien diskutiert. Vom 21. bis 22. Mai fand im Literaturhaus eine hochkarätig besetzte Tagung unter dem Titel „Heeresgeschichtliches Museum neu? – Chancen einer angesagten Reform“ statt. Historiker:innen, Militär- und Friedensforscher:innen, Kurator:innen und andere Wissenschaftler:innen diskutierten über die neue Ausrichtung des HGM. Geht es nach dem Aktionsbündnis AbFaNG, so wäre ein klarer Fokus auf die Friedensbildung und die Ursachen von Krieg und Gewalt zu richten. Die überaus informative und lebendige Tagung des Literaturhauses zum HGM ist noch 4 Wochen im Livestream-Archiv abrufbar.
> zum Programm der HGM-Tagung und den Teilnehmenden

Nein zur Gewalt! Solidarität mit den Opfern auf beiden Seiten

Israelische Sperranlagen (Weltenbummler)

> Statements zur aktuellen Situation aus Israel und Palästina gesammelt vom Internationalen Versöhnungsbund
> Politologe Heinz Gärtner zum Konflikt und zum Hissen der israelischen Flagge im Standard-Interview
Einen erschreckenden Einblick in die aktuelle Situation in Gaza geben die > Briefe von Dr. Abed Shokry in den Nachdenkseiten 

 

(18. Mai 2021) Seit gut einer Woche erschüttern Luft- und Raketenangriffe den sogen. „Nahen Osten“. Es ist unerträglich, ohnmächtig dem Kriegsgeschehen und dem Leid der Zivilbevölkerung in Palästina und Israel zusehen zu müssen. In unserem offenen Friedensbündnis gibt es unterschiedliche Meinungen, aber gemäß unserem Positionspapier nehmen wir klar Stellung gegen Gewalt und die Aushöhlung der Neutralität. Wir fordernd den sofortigen Stopp der Kampfhandlungen und den Beginn von Friedensverhandlungen. Aus den aktuellen Berichten können sich unsere Unterstützer:innen und Leser:innen selbst ein Bild machen. Laut einer aktuellen Standard-Umfrage wünschen sich 85% der Befragten, dass sich Österreich neutral verhält. > zur Umfrage 
> Bericht zum Konflikt in „Betrifft Frieden“ Nr. 2-2021
>
Bundespräsident a.D. Heinz Fischer zur „EInseitigkeit am Kanzleramt“ (WrZtg.)
> Reporter ohne Grenzen verurteilt die Angriffe auf Medien in Israel   
> Palästinensischer Botschafter über Israel-Fahne auf Bundeskanzleramt „extrem enttäuscht“  (Der Standard)
> Briefe von Leserinnen und Lesern
Schreiben Sie uns Ihre Meinung dazu: contact@abfang.org

NEIN zu Militär-Truppentransporten durch Österreich. Stopp Defender! Schutz für Klima und Umwelt, nein zu Lärm und Einschränkungen!

(7. Mai 2021) Ab heute rollen die Panzer und Truppen der NATO druch Österreich! In Südosteuropa und der Schwarzmeerregion wird im Rahmen der NATO-Manöver »Defender Europe 2021« die Mobilmachung gegen Russland geprobt. Und das neutrale Österreich öffnet hilfsbereit die Grenzen für
Truppentransporte. Damit treten Regierung und Bundesheer Österreichs Neutralität mit Füßen. Die Klimakrise erfordert die Eindämmung von Truppenbewegungen und militärischen Übungen. Stattdessen bewegen sich 10.000te Soldaten quer durch Europa und proben Krieg. Das belastet das Klima und bedroht den Frieden. Unser Aktionsbündnis lehnt sowohl die Manöver als auch die Militärtransporte durch Österreich ab. Wir sind schockiert, dass Ministerin Tanner in einer APA-Pressemeldung stolz meldet:  „Hierzu werden von 7. Mai bis 21. Juni die Verlegungen der teilnehmenden US-Streitkräfte auf der Straße und per Eisenbahn, von Deutschland über Österreich nach Ungarn sowie nach Slowenien und retour, stattfinden. Dabei werden ca. 800 Fahrzeuge mit etwa 2.000 Soldaten in Konvois … durch Österreich durchfahren.“

> „America first“ sticht „Europe first“ – rund um Defender21 stellt Joe Biden sicherheits- und militärpolitische Eckpfeiler der EU auf den Kopf (UZ 7.5.21)

(18. April 2021) Unser Aktionsbündnis setzt sich auch für Gewaltfreiheit ein. Zu den schlimmesten Formen der Gewalt gegen Kinder zählen der Zwang Soldat zu werden und der Zwang zur Kinderarbeit. Kinderarbeit verletzt die Rechte der Kinder auf eine Kindheit ohne Gewalt und Ausbeutung, zerstört Zukunftschancen, verfestigt Armut und verhindert eine nachhaltige Entwicklung. U.a. könnte ein elaboriertes  Lieferkettengesetz hier in Österreich mitwirken, in vielen Ländern (des Südens) Kinderarbeit aufzudecken und dagegen anzugehen. 

Foto: Amnesty International Österreich (screenshot)

(14. April 2021) Der Amnesty International Jahresbericht 2020/21 zur weltweiten Lage der Menschenrechte betrachtet 149 Länder, darunter auch Österreich. Während des Covid-19-Lockdowns war in Österreich eine Zunahme der Anrufe bei Beratungsstellen für Opfer häuslicher Gewalt zu verzeichnen. Auch die Fälle von Online-Hass gegen Schwarze Menschen, Muslime und Geflüchtete nahmen zu. Annemarie Schlack, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich, sagt zu den Folgen der Pandemie u.a.: „…. Umso wichtiger ist, dass wir jetzt unsere politischen, aber auch wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte stärken, um für die Folgen der Pandemie bestmöglich gewappnet zu sein.“

Reiner Braun ist Co-Präsident des International Peace Bureau (IPB) und Autor. (Foto: Rubikon)
> mehr Beiträge von Reiner Braun bei Rubikon  
> positive Bilanz: Ostermärsche in 100 Städten Deutschlands

(7. April 2021) In seiner Rede auf mehreren Ostermärschen sagte Reiner Braun u.a.: „Mit der Behauptung, Hoch- und Atomrüstung, militärische Interventionen und Abschreckung würden ‚Sicherheit‘ bringen, werde für Militarisierung geworben. Wir brauchen hingegen einen Lockdown für Militär und Rüstung. Lockdown für die Aufrüstung, für die Hetze gegen Russland und China. Das wäre gut für die Gesundheit der Welt, für das Klima und für alle Menschen. Denn Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Viren! So gefährlich diese auch sind. Unser Frieden ist in großer Gefahr!“  Die Bedrohung des Weltfriedens sieht Braun u.a. durch die Hochrüstung der NATO, die atomare Aufrüstung Großbritanniens, die Aussage der deutschen Verteidigungsministerin, dass „im Schnitt die Bundeswehr jede Woche einen neuen Panzer, jeden Monat ein neues Flugzeug und jedes Jahr ein neues Schiff bekommt“, die Aufstellung von Abwehrraketen und neue Atomwaffen rund um China, das Defender-Manöver gen Osten sowie durch bewaffnete Drohnen. Braun sagt: „Es stinkt gewaltig nach Krieg. Es drohen Kriege, die wir uns nicht vorstellen können und wollen!“

In der Zeitschrift „Wissenschaft und Frieden“ analysieren Özlem Alev Demirel, Mitglied des EU-Parlaments und Jürgen Wagner, vom IMI (Informationsstelle Militarisierung), die EU-Militarisierung

(3. April 2021) Lange Zeit war es vollkommen undenkbar, dass die Europäische Union über einen, geschweige denn gleich mehrere Militärhaushalte verfügen könnte. Allein schon aufgrund der lange vorherrschenden Auslegung der EU-Verträge wurde dies schlichtweg für illegal gehalten. Die Verabschiedung des EU-Haushalts für 2021-2027 verzögerte sich bis Mitte Dezember 2020. Erstaunlicher Weise war dabei aber die   Einrichtung diverser Militärhaushalte unumstritten. Das ist ein weiterer grundlegender Schritt der Militarisierung der Europäischen Union. Erhebliche rechtliche Bedenken wurden dabei ebenso ignoriert wie grundsätzliche Bedenken, dass es sich hierbei um den endgültigen Abschied von der einstmals viel gepriesenen »Zivilmacht Europa« handelt.

Der französische Soziologe und Philosoph Edgar Morin feiert  heuer seinen 100. Geburtstag. Er ist der „Vater“ von Terre Patrie.
> Aufruf zum planetaren Handeln unterschreiben
>  Heimatland Erde: Kampagne zur Förderung des planetaren Bewusstseins
>  ASPR-Presseinfo: Start der Kampagne (inkl. Foto-Download)

(25. März 2021) Das Manifest für planetare Solidarität ist das Herzstück der Kampagne „Heimatland Erde | Terre Patrie“, die vom ASPR in Stadtschlaining initiiert wurde. „Heimatland Erde“,  inspiriert von Edgar Morin, formuliert ein notwendiges Ziel: Es gilt, durch vielfältige Akte weltweiter Solidarität die bestehende ungerechte Weltordnung so zu verändern, dass eine neue Politik des Zusammenlebens die großen Herausforderungen der Menschheit bewältigen und ein gutes, nachhaltiges Leben für alle organisieren kann – dass also das Heimatland Erde so gestaltet wird, dass sich tatsächlich alle Menschen heimisch fühlen können. Die globale Corona-Pandemie und die von ihr ausgelöste ökonomische und soziale Krise haben die Welt verändert und führen uns den Zustand der Welt klarer vor Augen denn je zuvor.

Prof. Hans Köchler (Foto: Zeit-Fragen)

(15. März 2021) „Was bedeutet Blockfreiheit in einer multipolaren Welt?“ diskutieren 140 hochkarätigeTeilnehmer:innen in der 5. Internationalen Konferenz «Der Aufstieg Asiens in weltgeschichtlicher Perspektive». Einer der Referenten war Prof. Hans Köchler von der Universität Innsbruck. In seinem Statement sagte er u.a.: „Österreichs Außen- und Verteidigungspolitik orientiert sich gegenwärtig an der Europäischen Union und bis zu einem gewissen Grad auch an den Vereinigten Staaten und der Nato. Auch hat Österreich in den letzten Jahren keine klare Position zur neoliberalen Globalisierung eingenommen. Dies bedeutet eine schleichende Erosion der Neutralität des Landes zugunsten einer am Westen ausgerichteten Realpolitik. Bemerkenswert ist jedoch, dass eine Mehrheit der Österreicher im Gegensatz zur regierenden Elite noch an dem ursprünglichen Verständnis von Neutralität im Sinne einer strikten Paktungebundenheit festhält.“ Und weiter „Die aktive Teilnahme an den Bemühungen um eine globale Ächtung der Nuklearwaffen könnte den Weg für eine konstruktive Zusammenarbeit mit Ländern der Bewegung der 120 Blockfreien Staaten öffnen.“

(14. März 2021) Unter dem Motto „Frieden auf dem europäischen Kontinent zu gestalten, heißt Entspannungspolitik neu zu entwickeln“ zeigten die Referate und Diskussionen auf der Weimarer Konferenz der Kooperation für den Frieden Wege aus der mulitplen Krise. Eine  friedensfördernde  Politik  nimmt  die  Interessen  der  anderen  genauso  ernst  wie  die  eigenen  und sucht dann nach Gemeinsamkeit. Ein solches Europa setzt auf Dialog, Verhandlungen und Kooperation und überwindet Militärbündnisse. Abrüstung und Kooperation statt Feinbildkonstruktionen und Hochrüstung.

Friedenswege aus der Krise: AbFaNG-Beitrag zur Rosa Luxemburg Konferenz

Franz Sölkner von der Palästina Solidarität informierte umfassend und packend über Möglichkeiten zum Frieden in Palästina

(7. März 2021) Vier Organisationen aus dem Friedensbündnis AbFaNG beteiligten sich aktiv an der diesjährigen (online) Rosa Luxemburg Konferenz. Peter Weish vom Forum Wissenschaft und Umwelt referierte gemeinsam mit Gerhard Kofler von FriedensAttac zum Thema „Ökopazifismus“. Anschließend beleuchtet Wilfried Leisch von den Gewerkschafter:innen gegen Atomenergie und Krieg das Thema „Bedrohung der Neutralität Österreichs durch militärische Kooperationen“ und letztlich sprach Franz Sölkner von der Palästina Solidarität über Ursachen und Entwicklung des Palästina-Konflikts und zeigte mögliche Wege zu einem dauerhaften Frieden. Hier die Unterlagen zu den Referaten:
> Ökospazifismus (pdf)
> Bedrohung der Neutralität
> Ein Friede in Palästina braucht den starken Druck Euopas auf Israel

Das Szenario „Sicherheit neu denken“ wurde ausführlich diskutiert > Einführung (pdf Folien)
> mehr zur Konferenz
Mitten in der „unberührten“ Naturlandschaft Gasteins zeigen sich die Spuren des Klimawandels. Trockenheit und Borkenkäfer zerstören den Wald: Es ist höchste Zeit zum Umlenken. (c) Foto 20.2.21, G. Kofler
 

(20. Feb. 2021) Den Ergebnissen der gestern abgehaltenen Münchner „Sicherheitskonferenz“ und des G7-Gipfels stehen die Ziele der zeitgleich stattgefundenen Münchner FRIEDENSKONFERENZ diametral entgegen. Ging es bei den Mächtigen um Hochrüstung und Zusammenstehen gegen China, Russland und andere aufstrebende Staaten, so zeigte die Friedenskonferenz Transformationspfade im wirtschatlichen Bereich (Gemeinwohlökonomie) und das Friedensszenario „Sicherheit neu denken – nachhaltige Friedensgestaltung“ sowie Wege zur Abrüstung und friedlichen Koexisitenz auf. Die von der NATO (vo allem Trump und Biden) akklamierten 2% Rüstungsausgaben bedeuten allein für Deutschland in wenigen Jahren eine Verdopplung des jährlichen Militärbudgets von 40 auf 80 Mrd. Euro. Das bei der Friedenskonferenz präsentierte Friedensszenario der evangelischen Kirche zeigt hingegen Wege zum Ausstieg aus der Rüstungs- und Wachstumsspirale, hin zu einer sozio-ökologischen Transformation. Wie die – bis vor kurzem nicht für möglich gehaltenen – massiven Eingriffe der Politik in die Wirtschaft und unser Leben beweisen, ist ein rasches Umlenken möglich, wenn der politische Wille da wäre.. > siehe dazu den Beitrag des Linzer Ökonomen Walter Ötsch  
> Bericht zur Münchner Sicherheitskonferenz (Der Standard) 

> FRIEDENSKONFERENZ (Video)
> Programm der Münchner Friedenskonferenz am 19.2.2021
> Hintergrund zur transatlantischen Politik – Diskussion auf KenFM – Reihe Politik verstehen vom Okt. 2015

Attac-Pressemeldung zur Nominierung  
(screenshot: GATJ)

(2. Feb. 2021) GATJ, die Globale Allianz für Steuergerechtigkeit  und ICIJ. das investigative Journalist*innen-Netzwerk, wurden gemeinsam für den Friedensnobelpreis nominiert. Die GATJ besteht aus regionalen Netzwerken in Afrika, Asien, Lateinamerika, Nordamerika und Europa. Attac Österreich und das VIDC und sind Mitglied des Europäischen Netzwerks und von Beginn an eng mit der Global Alliance for Tax Justice verbunden.
Steuerbetrug, Korruption und Geldwäsche sind die Folgen eines großteils intransparenten globalen Finanzsystems. Das führt zu wachsender globaler Ungleichheit und einer mangelhaften Finanzierung öffentlicher Aufgaben. Dereje Alemayehu, Executive Coordinator der GATJ, sagt: „Es gibt keinen dauerhaften Frieden ohne soziale Gerechtigkeit, und keine soziale Gerechtigkeit ohne Steuergerechtigkeit.“

Grafik „Atomwaffen ab ins Buch der Geschichte“ (C)bergwolf.agency
> TPNW = Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons

Mit mehreren Veranstaltungen wurde das Inkrafttreten des TPNW, des UN-Verbotsvertrags für Atomwaffen, am 22. Jänner in Wien und weltweit begrüßt. Bei einer Pressekonferenz am Minoritenplatz sagte Außenminister Schallenberg u.a.: „Ein Atomwaffenverbot ist heute wichtiger denn je. Die Gefahr hat  nicht abgenommen. Es gibt weltweit mehr als 13.400 Nuklearwaffen, wobei eine mittelgroße Atombombe heute die sechsfache Kraft der Hiroshima-Bombe hat.“ Der Minister verwies auf die Statistik, die sage, dass es auch irgendwann in einem Atomwaffenarsenal zu einem Zwischenfall kommen werde: „Atomwaffen sind wie ein Damoklesschwert, das über den Köpfen der ganzen Menschheit hängt.“  Auch die Friedensaktivist:innen von ABFaNG, FriedensAttac, den GewerkschafterInnen gegen Atomenergie & Krieg und der Solidarwerkstatt begrüßten, unterstützt von den Trommlern von SambAttac, in einer Straßenaktion den Verbotsvertrag. 
> Schwerpunkt AVV / TPNW in „Betrifft Frieden 1 / 2021“
> mehr zum TPNW
> Beitrag in Radio Orange 94.0 zum Atomwaffenverbot

Ein erster Schritt – doch ein großer für die Menschheit (screenshot tagesanzeiger.ch) 
> Friedensforscher Thomas Roithner zum Atomwaffenverbotsvertrag         

> ICAN: Erklärung des Atomwaffenverbotsvertrags
 

 

(2. Jänner 2021) Genau in zwanzig Tagen tritt der Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft. Ab dem 22. Jänner sind Atomwaffen völkerrechtlich verboten. Der jahrzehntelange Einsatz der Zivilgesellschaft und das ehrliche Bemühen von Regierungsverhandler:innen werden damit belohnt. Die österreichische Diplomatie war beim Zustandekommen des Vertrags ganz vorne mit dabei.
Auch Costa Rica, einer der wenigen Staaten der Welt ohne Armee, war maßgeblich am Zustandekommen des Atomwaffenverbotstvertrags beteiligt.  > mehr über Costa Ricas Friedensbemühungen
Erkki Tuomioja, Finnlands Ex-Außenminister, ruft die EU-Staaten, allen voran Finnland und Schweden auf, dem Atomwaffenverbotsvertrag zuzustimmen > European Union should join ban treaty  

(1. Jän. 2021) Telepolis enthüllt die wahren Gründe im Streit um bewaffnete Drohnen, der derzeit den deutschen Bundestag beschäftigt. Mit Attributen wie „chirurgisch präzise Waffen“ oder „klinische Kriegsführung“ werden die autonomen Killerdrohnen und Killerroboter verharmlost. Bei der Aufrüstung autonomer Flugzeuge geht es nicht um den Schutz von Soldaten. Bereits in absehbarer Zeit werden vollautonome Kampfdrohnen einsatzbereit sein. Laut einem Dokument des französischen Parlaments steht hinter  der Aufrüstung von Drohnen demnach ein langfristiger internationaler Plan zur Entwicklung autonomer Rüstungsprojekte. Es geht um das „Future Combat Air System“ (FCAS), das Deutschland, Frankreich und Spanien in eine führende Position in der autonomen Kriegsführung bringen soll. Es geht um ein 500-Milliarden-Euro-Vorhaben, um Lobbyismus und um die Aufrüstung bis zum Jahr 2080.