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(01. Aug. 2022) Sechs Monate Krieg. Mit jedem weiteren Tag kommen mehr Menschen ums Leben, werden körperlich verletzt oder psychisch traumatisiert und es wächst das Risiko, dass sich der Krieg auf andere Staaten ausweitet oder eskaliert. Und jeden Tag verstärkt sich die weltweite Hungersnot, die schon vor dem Ukrainekrieg ca. ein Zehntel der Weltbevölkerung betraf.
(> siehe auch Attac-Beitrag „Finanzspekulation treibt Millionen in den Hunger“)
Der Krieg muss jetzt so schnell wie möglich beendet werden. Es braucht einen Weg aus der militärischen Eskalationsspirale. Dafür sind ein Waffenstillstand und Friedensverhandlungen unumgänglich.
Die IPPNW, Internationale Ärzt:innen für die Verhütung des Atomkriegs, haben Argumente und Vorschläge für einen „Waffenstillstand und Frieden für die Ukraine“ zusammen gestellt. > zu den Vorschlägen der IPPNW  sd
> IPPNW-Infoblatt „Risiken und Nebenwirkungen von Waffenlieferungen“
Auch der Friedensforscher Werner Wintersteiner sieht in „Friedensziele in den Blick nehmen“ Möglichkeiten für die Friedenslogik und Gewaltfreiheit im Ukraine-Krieg > Beitrag aus „Kranich“, Ztg des Salzburger Friedensbüros
> Blick auf die Militärausgaben der Welt und die größten Rüstungsbetriebe

(28. Juli 2022) Heute, am 28. Juli, wurde im weltweiten Durchschnitt jener Tag erreicht, an dem der menschlichen Rohstoffverbrauch der Bewohner:innen nicht mehr durch die Bildung neuer Ressourcen gedeckt werden kann. Seit 1970, wo der Welterschöpfungstag erst knapp vor Jahresende erreicht wurde, ist der Ressourcenverbrauch enorm gestiegen. In Österreich wurde heuer dieser Tag bereits am 6. April erreicht, das heißt, seither leben wir bereits auf Kosten nachfolgender Generationen.
> Earth Overshoot Day in den verschiedenen Ländern

(24. Juli 2022) Im August findet die nächste NVV-Überprüfungskonferenz in NewYork statt. Diese steht unter dem Eindruck des Krieges Russlands gegen die Ukraine, der immer wiederkehrenden Drohung mit einem möglichen Einsatz der Atomwaffe, der umfassenden Modernisierung aller Atomwaffen in allen Atomwaffenländern, der technologischen Entwicklung der Atomwaffen zu Gefechtsfeldwaffen (mini nukes) oder genereller formuliert, der aggressiv ausgetragenen geostrategischen weltweiten Konfrontationen.
Ist es vorstellbar, dass angesichts von Militär- und Wirtschaftskriegen (und beides geht weit über den Ukrainekonflikt hinaus) über Rüstungskontrolle, atomwaffenfreie Zonen und Abrüstung ernsthaft verhandelt wird? Reiner Braun, Co-Präsident des International Peace Bureau, ist skeptisch. Im Gegensatz zu den im Juni in Wien stattgefundenen Verhandlungen zum Atomwaffenverbotsvertrag AVV (TPNW) erwartet er bei den Verhandlungen zum Atomwaffensperrvertrag NVV (NPT) in NewYork kaum Fortschritte.
> zu Reiner Brauns Bericht auf Telepolis
(heise online)

Südafrikas Außenministerin Naledi Pandor.
Bild: Screenshot ZDF 

(21. Juli 2022) „Die Welt hat eine Verantwortung, für Frieden zu sorgen“, sagte die südafrikanische Außenministerin Naledi Pandor im ZDF heute journal Ende Juni. Sie meinte, die G7 habe die Fähigkeit, eine Lösung im Ukraine-Krieg zu finden. (Die Hoffnung wurde leider enttäuscht, wie die Berichte vom G7-Gipfel zeigten). Ermutigend dieser andere Blick auf den Krieg, der nicht nur Schwarz-Weiß sieht sondern auch Grautöne erkennt. > zum Interview (17 min) mit Naledi Pandor

Der (fast) gewaltfreie Machtwechsel und damit die Beendigung der Apartheid in SÜdafrika sind nicht zuletzt dem Friedensmenschen Nelson Madela zu verdanken. Erfahren Sie, wie Madela und ein auf den beiden Konfliktseiten stehendes Brüderpaar dazu beigetragen hat.
> Gewaltfreier Machtwechsel  (aus dem Buch „Im Grunde gut“ von Rutger Bregman)

(3. Juli 2022) „Die Zeit“ veröffentlichte soeben einen Appell von namhaften Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und anderen Intellektuellen, worin der Westen aufgefordert wird, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um in der Ukraine einen Waffenstillstand zu erwirken und Verhandlungen zu beginnen. Im Appell heißt es u.a.: „Der Westen muss alles daransetzen, dass die Parteien zu einer zeitnahen Verhandlungslösung kommen. Sie allein kann einen jahrelangen Abnutzungskrieg mit seinen fatalen lokalen und globalen Folgen sowie eine militärische Eskalation, die bis hin zum Einsatz nuklearer Waffen gehen kann, verhindern. Verhandlungen bedeuten nicht, wie manchmal angenommen wird, der Ukraine eine Kapitulation zu diktieren.“

> Ein (weiterer) Appell deutscher Unternehmen gegen Krieg und Hochrüstung

Positives Ergebnis der 1. UN-Konferenz zur Weiterentwicklung des Atomwaffenverbotsvertrags

(25. Juni 2022) Der österreichische Diplomat Alexander Kmentt, Präsident der ersten Konferenz des Atomwaffenverbotsvertrags (TPNW), äußerte sich „extrem zufrieden“ zum Verlauf der UN-Konferenz, die vom 21. bis 23. Juni im Austria Center stattfand. Kmentt: „Es war ein noch besseres Ergebnis als wir erwarten konnten“, und das in einer Zeit, wo sicherheitspolitisch „alles in die falsche Richtung“ zu laufen scheint. Die TPNW-Vertragsstaaten senden mit der Weiterentwicklung des TPNW in die Welt „ein starkes Signal dafür, dass es einen alternativen Weg gibt“. Der Atomwaffenverbotsvertrag ist ein Hoffnungsträger im Trubel der latenten Konflikte und Krisen.
Martin Litschauer, Anti-Atomenergiesprecher der Grünen, sagt: „Nukleare Abschreckung als Friedengarantie ist historisch nicht belegbar. Sie konnte weder den Yom Kippur Krieg, den Falkland Krieg, noch den aktuellen russischen Überfall auf die Ukraine verhindern. Dass die NATO den Verbotsvertrag heftig kritisiert, zeigt letztlich wie ernst sie ihn nimmt und welches Abrüstungspotenzial er schlussendlich hat.“ 
> APA-Pressemeldung über den Erfolg der TPNW-Verhandlungen (21. –  23.6.) im Austria Center

> 3-min Kurzbericht (Video)  über das ICAN Nuclear Ban Forum, vom 18. bis 19.6. in der Akademie der Wissenschaften, Wien

(21. Juni 2022) Über 160 Teilnehmer:innen verfolgten am 19. Juni live und online die von AbFaNG, dem IPB (Internat. Peace Bureau) und WILPF (Women’s Internat. League for Peace & Freedom) organisierte Konferenz „GIVE PEACE A CHANCE! – GEMEINSAM FÜR FRIEDEN, UMWELT- & KLIMASCHUTZ! – ATOMWAFFEN ABSCHAFFEN!“ im ÖGB Catamaran in Wien. Namhafte internationale Vortragende und ein breit besetztes Podium aus österreichischen und internationalen Wissenschaftler:innen vermittelten Zahlen und Fakten und Informierten über die Zusammenhänge von Friedens-, Umwelt- und Klimakrise und die Gefahren der Atomwaffen.

> alle Reden und Statements der NGO-Konferenz sind hier abzurufen

(1. Juni 2022) Der österreichische Politikwissenschaftler und Psychologe Wolfgang Hofkirchner, Professor für Technikfolgenabschätzung an der Fakultät für Informatik der TU Wien im Ruhestand, befasst sich in seinem auf der Website des Institutes for a Global Sustainable Information Society veröffentlichten Beitrag mit dem Krieg in der Ukraine und mit der Verantwortung, die gesamte Menschheit vor der Vernichtung zu schützen. Er gliedert seine Ausführungen auf www.gsis.at in die Kapitel „Die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Konfliktparteien und die Logik des Kriegseinschlusses“, „Überlegungen zum Krieg im Atomzeitalter“ und „Eine inklusive Sicherheitsarchitektur für Europa und die Welt als einziges nachhaltiges Verhandlungsergebnis“. Die deutsche Übersetzung wurde von der AbFaNG-Redaktion mit www.deepl.com vorgenommen.
> zum kompletten Beitrag von W. Hofkirchner
> zum Thema auch ein aktueller Beitrag der Berliner Zeitung: „In der Ukraine sollte die EU nicht den USA folgen, sondern nach Frieden streben“

(25. Mai 2022) Die beiden in der Titelzeile angeführten Zitate von Marlene Streeruwitz führen mitten hinein in das „Handbuch gegen den Krieg.“ Die Sozialwissenschaftlerin Claudia Brunner schreibt in ihrer Rezension: „Der Text ist ein Ringen um ein Sprechen vom und für den Frieden in einer Zeit des Kriegsgetöses allerorten, und gerade darin überzeugender als so manche Expertise, die wir seit dem ‚Ausbruch‘ des Krieges in der Ukraine Ende Februar 2022 in medialem Stakkato zu hören bekommen,“
Brunner: „In verdichteten Überschriften, eindringlichen Sätzen und maximal reduzierten Textfragmenten bringt Streeruwitz unmissverständlich auf den Punkt, woran sich Politik und Wissenschaften (einschließlich weiten Teilen der Friedens- und Konfliktforschung) eindeutig uneindeutiger abarbeiten: Krieg ist eine äußerst stabile Institution … Krieg ist selten eine Überraschung und niemals ein Naturereignis, sondern von Menschen gemacht, „eine sorgfältig konstruierte Maschine der Gewalt“.
> zu Claudia Brunners Rezension

(12. Mai 2022) Der Schriftsteller Ilija Trojanow in der taz zu Krieg und Pazifismus: „Ich bin kein Pazifist, weil ich für diese Haltung zu feige bin …  Gemeinhin wird Pazifismus verwechselt mit Passivität, Eigennutz, Mutlosigkeit. Dabei beinhaltet die Überzeugung eine kämpferische Ablehnung von Gewaltherrschaft an sich.“  …  „Wir Bürgerinnen haben ein sicherheitspolitisches Interesse, Armeen klein und schwach zu halten, erst recht jene von Diktatoren. Die wichtigste Lektion des Pazifismus ist die Erkenntnis, den Krieg nicht essenziell anders zu behandeln als den Frieden, ihn nicht zu überhöhen als apokalyptisches Endgefecht zwischen Gut und Böse, ein quasireligiöses Narrativ, das zur rhetorischen Grundausstattung jedes Kriegs gehört.“   > zum kompletten Beitrag von Ilija Trojanow in der taz

Stimmen gegen den Krieg

(3. Mai 2022) Die Friedensforscher Werner Wintersteiner und Thomas Roithner und der Politologe Heinz Gärtner melden sich laufend mit ihren Einschätzungen der Lage und mit Vorschlägen für mögliche Wege zu einem raschen Waffenstillstand und Beginn von ernsthaften Friedensverhandlungen zu Wort.
Heinz Gärtner im Interview mit OE24 am 1. Mai 2022     >> mehr Videos mit Heinz Gärtner  
>  „Milliarden für neue Panzer und Drohnen: Soll Europa als Antwort auf Putins Krieg aufrüsten?“, Thomas Roithner im Standard-Videotalk     >> mehr Kommentare von Thomas Roithner
> „Frieden ist die einzige Option“, Werner Wintersteiner in der Wiener Zeitung    >> mehr Kommentare von Werner Wintersteiner

(1. Mai 2022) Den von Intellektuellen und Künstler:innen verfassten Offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz haben in kürzester Zeit 197.000 Menschen unterzeichnet. Die Verfasser:innen befürworten seine Besonnenheit und warnen vor einem 3. Weltkrieg. In dem Brief heißt es u.a.: „Wir hoffe, dass Sie sich auf Ihre ursprüngliche Position besinnen und nicht, weder direkt noch indirekt, weitere schwere Waffen an die Ukraine liefern. Wir bitten Sie im Gegenteil dringlich, alles dazu beizutragen, dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand kommen kann; zu einem Kompromiss, den beide Seiten akzeptieren können…..“
> zum kompletten Brieftext und zur Unterzeichung der Petition „Offener Brief an Kanzler Scholz“

 

(18. April 2022) Als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine  gab es in vielen europäischen Ländern Anti-Kriegs-Demonstrationen und Solidaritätskundgebungen für die Ukraine. 49 österreichische Friedensgruppen unterstützten die Kundgebung „Die Waffen nieder! – Stoppen wir den Krieg in der Ukraine“ am 13. März 2022.

Am Ostermontag luden mehrere Friedensgruppen zu Ostermärschen in Wien, Linz und am Bodnesee ein.    > Berichte und Fotos vom Ostermarsch 2022

Zahlreiche Berichte, Kommentare und Sonderausgabe von Friedenszeitungen sind nach Kriegsausbruch bereits erschienen. Eine Auswahl davon präsentieren wir > auf der Seite „Die Waffen nieder!  

 

(16. März 2022) Ein aktuelle Umfrage von Statista zeigt deutlich, dass nach wie vor 91 % der Österreicher:innen FÜR die Neutralität und 81 % GEGEN einen NATO-Beitritt sind. Beobachtet man hingegen die Medien, so könnte man den Eindruck erhalten, die Österreicher:innen wollen von der Neutralität abrücken. Unsere Friedensdemo am 13. März stand unter dem Motto „Die Waffen nieder!“ und zeigte die Solidarität mit der betroffenen Menschen und trat klar gegen ein neues Wettrüsten auf und für eine neue Friedensordnung in Europa ein.
In FM4 wurde in der Sendereihe „Auf Laut“ am 15.3. über Pazifismus diskutiert. Hörenswert:  > FM4 Auf Laut

> Liste der unterstützenden Organisationen und Link zu den Reden & Friedensbotschaften   
Eine Fotogalerie zeigt die friedvolle und bewegte Stimmung der Demo > Fotogalerie
 
> Briefe unserer Leser:innen zum Ukraine-Krieg

(14. März 2022) Ein breites Bündnis an Organisationen unter Koordination von AbFaNG, Internationaler Versöhnungsbund und ICAN rief am 13. März zu einer  großen Friedensdemonstration für die Ukraine auf. Unter Bertha von Suttners Motto „Die Waffen nieder!“ zeigten die Teilnehmer:innen ihre Solidarität mit der vom Krieg betroffenen Bevölkerung und riefen auf zur Stärkung der Neutralität sowie zu Schutz und Betreuung aller geflüchteten Menschen und stellten sich gegen Gewalt,  die Kriegspropaganda auf allen Ebenen und das neuerliche Wettrüsten. Über 700 Teilnehmer:innen, viele davon von  Friedens-, Frauen-, Menschenrechts-, Klima- und
gewerkschaftlichen Organisationen zogen vom Platz der Menschenrechte, über den Ring, das Burgtheater zum Ballhauplatz. 12 Redner:innen gaben ermahnende und auch ermutigende Statements ab, Botschaften von Friedensorganisationen in der Ukraine, Russland und Berlarus wurden verlesen.
> Stimmen zum Krieg aus der Ukraine, Russland und Belarus

(26. Feb. 2022) In acht Punkten stellt der Friedensforscher Werner Wintersteiner die friedenspolitische Sicht des Angriffs auf die Ukraine dar (pdf). Mehrere Bündnispartner:innen formulierten in eigenen Flugblättern und Infos ihre Sicht der Gewalteskalation. Einvernehmlich wird der russische Einmarsch verurteilt, die  sofortige Einstellung der Kriegshandlungen und die Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert. Ebenso verurteilt wird das laute Geschrei nach Hochrüstung und weiterer Militarisierung des Westens. Krieg ist niemals eine Lösung sondern bringt nur Tod, Leid, Elend und Flucht. Als neutrales Land muss Österreich vorangehen und sich für sofortige Friedensverhandlungen einsetzen.
> Flugblatt der Steirischen Friedensplattform
> Info der Solidarwerkstatt Österreich
> Offener Brief der WILPF Austria (Women`s Internat. League) 
> Info transform!europe – An Appeal for a Europe of Peace     
> Beitrag aus der Zeitung der proSV zum Krieg in der Ukraine 
> Ukraine – Belarus und die Kirchen Europas (ARGE Schöpfungsverantwortung)  
> Infoblock zur Ukraine vom Zentrum polis „Politik lernen in der Schule“  
> Text von Marlene Streeruwitz „ein schrei“ 

 

Stellungnahme österreichischer. Wissenschaftler:innen zur Ukraine: 
Sicherheitslogik versus Friedenslogik

> Interview mit Klaus von Dohnanyi am 9.2.22: Die Erweiterung der NATO nach 1990 war ein Fehler

> „Zeitung gegen den Krieg“ des BFS
Büro für Frieden und Soziales, Feb. 22 (pdf)

(20. Feb. 2022) Die Gewaltrhetorik, das Rollen der russischen Panzer und die Truppenverstärkungen der NATO finden keine Ende. Erschreckender Weise wird jetzt auch noch über einen NATO-Beitritt des neutralen Finnland diskutiert. Bereits Anfang der 2000er Jahre forderte auch der damalige Bundeskanzler Schüssel den NATO-Beitritts Österreichs. Dieses Wunschdenken Schüssels wurde klar von der österreichischen Bevölkerung in die Schranken gewiesen. Nach wie vor stehen über 80 Prozent der Österreicher:innen zur Neutralität: Sie ist ein Vorzeigemodell und ein „Schatz“, den es mit allen Mitteln zu verteidigen gilt. Auch die Neutralität der Ukraine wäre ein großer Fortschritt und würde den „Ukrainekonflikt“ positiv beenden. Putin’s Aggression ist zu verurteilen, sie ist unakzeptabel, aber wir sollten ihn nicht dämonisieren, wie das bei Saddam Hussein, Muammar Gaddafi u.a. Führern geschehen ist. Es war letztlich immer der Vorwand für noch mehr Krieg, Gewalt und Leid und eine Destablisierung, die bis heute andauerd.

AUFRUF der WILPF International zum Handeln: 
Nie wieder Krieg! Nicht jetzt und auch nicht in Zukunft!
 

Wir, die Menschen, die Aktivisten, diejenigen, die sich kümmern, haben nicht länger Zeit, darauf zu warten, dass die Mächtigen zur Vernunft kommen. Wir alle müssen jetzt handeln, mit äußerster Dringlichkeit, um unseren Planeten und uns selbst vor der Zerstörung zu schützen.
> Aufruf der Women’s International League for Peace and Freedom

(19. Feb. 2022) Politologe Heinz Gärtner (IIP) vergleicht im Interview mit dem Deutschlandfunk den „Kalten Krieg“ mit der derzeitigen aufgeheizten Situation in der Ukraine. Gärtner meint, sollte sich die Ukraine für eine NATO-Mitgliedschaft entscheiden, werden russische Truppen in der Ostukraine bleiben und den Donbass völlig abriegeln. Das Blockdenken auf beiden Seiten verhindert eine rasche Lösung des Konflikts. Der Politologe sagt, geht die Ukraine nicht den Weg der Neutralität wie Österreich 1955, so droht ihr die permanente Teilung.
> Interview mit Prof. Heinz Gärtner im Deutschlandfunk  
> Beitrag „Overcoming geopolitical insecurity: Making the case for a neutral Ukraine according to the Austrian model“ von Heinz Gärtner and Maya Janik

> Statement by the Ukrainian Pacifist Movement, 1.2.2022
> pdf der dt. Übersetzung der ukrainischen Stellungnahme  (auszugsweise)
> UNTERZEICHNEN Sie den Appell der Friedenskooperative

Protestkundgebung am 17.2.22 vor dem Haus der Europäischen Union in Wien, organisiert von der ggae
> Technische und friedenspolitische Argumente gegen die Atomenergie

(18. Feb. 2022) Die Einstufung von Atomenergie und Erdgas als „grün“ ist ein fataler Irrweg. Atomkraft ist teuer – nur mit staatlichen Subventionen überhaupt finanzierbar –, klimaschädlich, äußerst gefährlich und tödlich. Atomkraft ist keine „Brückentechnologie“ zur Klimaneutralität. Die Atomstromnutzung (AKWs) geht aus der militärischen Atomnutzung (Atombomben und Atomwaffen) hervor. Daher ist Frankreich, die einzige Atommacht in der EU, ein besonderer Befürworter des Green Washings der Atomenergie. Auf Initiative der Gewerkschafter:innen gegen Atomenergie und Krieg (ggae) findet gemeinsam mit vielen anderen Organisationen & AbFaNG-Bündnispartnern eine Protestkundgebung am 17. Februar um 10:00 vis-a-vis Haus der Europäischen Union, Wipplingerstraße in Wien statt (siehe Termine).

Foto: Helsinkitimes.fi
Pekka Haavisto (die Grünen), Außenminister Finnlands, betont die Wichtigkeit der Förderung von Frieden, Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung

(7. Feb. 2022) Finnland ist seit Oktober 2022 Mitglied des UN-Menschenrechtsrats. Der Außenminister Pekka Haavisto betonte in einer Presseerklärung, wie wichtig es sei, Frieden, Sicherheit und nachhaltige Entwicklung weltweit zu fördern, und dass Finnland, wie auch er selbst, bei der Verwaltung von Angelegenheiten hervorragende Erfahrungen mit der Einbindung der Zivilgesellschaft habe. Diese Anregung wurde von einem breiten Spektrum von NGOs aufgegriffen, um ihn in einem Brief aufzufordern, europäische und andere Länder zur Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags zu drängen, und im UN-Menschenrechtsrat und in der EU die dringende Notwendigkeit eines Verbots von Killerrobotern und von bewaffneten Drohnen zu fördern.

Als 1. Vertrag verbietet der AVV neben dem Einsatz, der Weitergabe und der Lagerung von Atomwaffen auch unterstützende und fördernde Aktivitäten, Atomwaffen betreffend. 
> mehr über den Verbotsvertrag
> Video 9 min: Gedenkveranstaltung 1 Jahr AVV am 22.01.2022 in Hamburg

(22. Jän. 2022) 122 Staaten haben am 7. Juli 2017 bei den Vereinten Nationen den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (AVV oder TPNW) angenommen. Der Vertrag verbietet Staaten u.a. Atomwaffen zu testen, zu entwickeln, zu produzieren und zu besitzen. Am 22. Jänner 2021 ist der Vertrag in Kraft getreten. Bis dato haben 86 Staaten den AVV unterzeichnet und 59 ratifiziert. Erfreulicherweise hat Österreich das Zustandkommen des Vertrags maßgeblich unterstützt und auch rasch ratifiziert. Das 1. Treffen der AVV-Partnerstaaten findet vom 22. – 24. März in der UNO-City in Wien statt. Bereits am 20. März veranstalten verschiedene Friedens- und Umweltorganisationen eine Begleitkonferenz. (siehe Termine).
> Vier Atomwaffenstaaten sind kriegsbereit – dieser Vertrag könnte sie stoppen

1999 beim „Hague Appeal for Peace“ konnten die gut 10.000 Besucher:innen auch Desmond Tutu hautnah erleben. Im Bild Desmond Tutu und Werner Wintersteiner > mehr Infos

(1. Jän. 2022) Desmond Tutu wurde 1976 zum Bischof in Losetho und 1978 zum Vorsitzenden des Südafrikanischen Kirchenrates gewählt. Von da an war Tutu eine Führungsperson des kirchlichen Widerstands gegen die Ungerechtigkeit. Dabei setzte er sich für Gewaltfreiheit von allen Seiten ein.
In seinen Predigten forderte er immer die Aussöhnung zwischen allen Menschen ein, unabhängig von ihrer Hautfarbe. Doch predigen alleine war ihm nicht genug. Gemeinsam mit Nelson Mandela war er herausragender Kämpfer gegen die Apartheid und suchte dafür Verbündete in der ganzen Welt. Vor allem für die Jugend Südafrikas war er ein großes Vorbild. 1984 erhielt er den Friedensnobelpreis. > mehr über Desmond Tutu (www.frieden-fragen.de)

Friedensforscher und Autor Werner Wintersteiner bei seiner Lesung im Nov. 2021 in Villach 

Die Möglichkeit, ja die Notwendigkeit einer Metamorphose unserer Gesellschaft beschreibt der Friedensforscher Werner Wintersteiner in seinem Buch „Die Welt neu denken lernen. Plädoyer für eine planetare Politik“. Sein Vortrag im Rahmen der „Ewigkeitsgasse. Kultur aus dem Kunstraum“ wurde im Dinzlschloss in Villach aufgezeichnet. In scharfsinnigen und einfühlsamen Essays wirft der Autor nicht nur zentrale Fragen des Lebens und Überlebens auf sondern zeichnet auch Entwürfe und Auswege aus aktuellen globalen Krisen. Das gibt Hoffnung für die Zukunft.

Die deutsche Friedensbewegung ruft in Ihrer Weihnachtsbotschaft zu Abrüstung und Frieden auf und kritisiert die neue  Regierung, die in der Regierungserklärung kein Umsteuern der Außen- und Militärpolitik erkennen lässt. Die Friedensbewegung hingegen setzt sich für eine Politik des Friedens, der Gerechtigkeit und internationalen Solidarität ein.

(26. Dez. 2021) Nach dem Koalitionsvertrag der neuen deutschen Regierung sollen  die Auslandseinsätze der Bundeswehr – trotz des verheerenden Afghanistan-Krieges – fortgesetzt werden. Auch eine verschärfte aggressive Einkreisung Russlands und Chinas durch NATO, EU und USA soll unterstützt werden. Besonders
an der Westgrenze Russlands, in Afrika, aber auch im Pazifik und im Nahen Osten werden die Kriegsdrohungen lauter. Es geht um einen gesteigerten Konkurrenzkampf zur Neuaufteilung der Welt, um geostrategische und ökonomische Interessen. Der millionenfache Tod durch Kriege, die Zerstörung von Umwelt und Infrastruktur, Flucht und Vertreibung von Millionen Menschen durch
die weltweite Militarisierung, aber auch durch Blockaden und Sanktionen und die Ausweitung von Armut und Umweltzerstörung dürfen nicht weiter zur Normalität gehören. Die Verschwendung von enormen – auch finanziellen – Ressourcen, die zur Lösung der bestehenden Probleme und für die Zukunft der Menschheit dringend benötigt werden, muss beendet werden.
Eine ernsthafte und wirkungsvolle Friedenspolitik ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Bewältigung der vielen globalen und regionalen Krisen und Herausforderungen, die die Zukunft der Menschheit bedrohen.